Tarifkonflikt : GDL wird der Bahn wohl "Nein" sagen

Auch das neue Angebot der Bahn scheint die Lokführer nicht zu überzeugen. Ersten Berichten zufolge ist die Stimmung im Vorstand der GDL eher ablehnend. Die Gewerkschafter scheinen auch über die Indiskretion von Bahn-Chef Mehdorn sauer zu sein.

HamburgVor der Sitzung des Hauptvorstands der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) mehren sich der "Bild"-Zeitung zufolge die Zeichen für neue Streiks bei der Deutschen Bahn. Wie "Bild" unter Berufung auf Mitglieder des Hauptvorstands berichtet, lehnen mehrere führende Mitglieder auch das jüngste Tarifangebot des Bahn-Vorstands ab. Die Zeitung zitiert einen Funktionär mit den Worten: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass es zu neuen Verhandlungen kommt." Die Vorstände begründen dies mit der Weigerung der Bahn, der GDL einen Vertrag anzubieten, der eigenständige Tarifverhandlungen und -abschlüsse zulässt. Die Zeitung zitierte ein GDL-Vorstandsmitglied mit den Worten: "Es riecht ganz gehörig nach neuen Streiks."

Der GDL-Hauptvorstand und die Tarifkommission der Gewerkschaft wollen am Montag ihre Entscheidung über das neue Tarifangebot der Bahn fällen und am Nachmittag verkünden. Offenbar bietet die Bahn Lohnsteigerungen zwischen acht und 13 Prozent. Ob sie auch - wie von der GDL gefordert - einen eigenständigen Tarifvertrag anbietet, blieb indes unklar. Sollte die Gewerkschaft das Angebot annehmen, gäbe es neue Tarifverhandlungen mit dem Konzern und Streiks wären zunächst ausgeschlossen. Schlägt die GDL das Angebot aus, drohen neue Streiks.

Der GDL-Chef Berlin-Sachsen-Brandenburg, Hans-Joachim Kernchen, übte unterdessen Kritik an Bahnchef Hartmut Mehdorn. Der "Berliner Zeitung" sagte er, er sei sauer, dass Mehdorn sich nicht an die Absprachen halte. Wenn der Konzernchef kurz vor der GDL-Vorstandssitzung "in Gegenwart des Verkehrsministers die Katze aus dem Sack lässt", werde einer Einigung schon im Vorfeld der Garaus gemacht, sagte Kernchen mit Blick auf Mehdorns Äußerungen zu Details des Bahn-Angebots. "Mehdorn hätte den Mund halten sollen, das hätte der Sache gut getan." Kernchen warnte, ohne eigenständigen Tarifvertrag sei alles in andere in den Verhandlungen "Makulatur". (mit AFP)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben