Wirtschaft : Tarifkonflikt in der Metallindustrie vor dem Ende

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Hamburg/Stuttgart (dpa). Der Tarifkonflikt in der deutschen Metall- und Elektroindustrie geht seinem Ende entgegen. Am Samstagmorgen einigten sich in Thüringen die IG Metall und die Arbeitgeber nach einer 15-stündigen Marathonsitzung in Jena darauf, für die 71000 Metaller in Thüringen weitgehend den Tarifabschluss von Baden-Württemberg zu übernehmen.

Dem zufolge steigen die Löhne und Gehälter von Juni dieses Jahres an um 4,0 Prozent und von Juni 2003 an um weitere 3,1 Prozent. Im Westen gibt es im Mai eine Einmalzahlung in Höhe von 120 Euro, im Osten sollen 110 Euro gezahlt werden.

   Die IG Metall sprach in Thüringen von einem „vorzeigbaren Kompromiss“. „Das ist insgesamt ein guter Abschluss“, sagte der IG Metall-Bezirksleiter Klaus Mehrens. „Wir haben zum Beispiel einen Angleichungsschritt an die Tarifbedingungen der alten Bundesländer erreicht, indem wir die Verdienstsicherung für ältere Arbeitnehmer vereinbart haben.“    Nach den Worten der Arbeitgeber wurde der Pilotabschluss weitgehend an die Thüringer Bedingungen angepasst. „Der Abschluss ist allerdings aus unserer Sicht zu hoch, weil er die Beschäftigung nicht fördert“, sagte die Sprecherin des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie, Inge Schubert. Dadurch seien Arbeitsplätze gefährdet.

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt setzt sich unterdessen für eine Wiederbelebung des Bündnisses für Arbeit ein. „Ich halte es für erforderlich, dass die nächste Bundesregierung das Bündnis wieder ins Leben ruft - allerdings mit der klaren Bedingung, dass die Tarifpolitik dort auf der Tagesordnung steht“, sagte Hundt der „Stuttgarter Zeitung“. Momentan sei das Bündnis nicht existent, weil über die Tarifpolitik auf Druck einzelner Gewerkschaften nicht gesprochen werden solle.

Den Tarifabschluss der Metall- und Elektroindustrie kritisierte der BDA-Präsident erneut als zu hoch. „Der Abschluss überfordert die Unternehmen und nimmt weder Rücksicht auf die gesamtwirtschaftliche Lage noch die der Branche.“ Er werde „mit Sicherheit den ersehnten Aufschwung im weiteren Verlauf dieses Jahres verzögern und abschwächen“, sagte Hundt weiter.

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