Wirtschaft : Tarifkonflikt soll an der Saar gelöst werden

Regierung Müller spricht mit Verdi

-

Berlin - Im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes gibt es am Sonntag einen weiteren Einigungsversuch. Zu einem Sondierungsgespräch treffen sich Vertreter der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der saarländischen Landesregierung. Zwar „sind konkrete Ergebnisse in der Sache nicht zu erwarten“, wie es im Innenministerium hieß. Das Saarland leidet unter dem Streik, der vor allem die landeseigene Uniklinik in Homburg belastet. Nach Angaben von Verdi entgehen der Klinik jeden Tag Einnahmen von rund 500 000 Euro, den Schaden der inzwischen sieben Streikwochen beziffert Verdi allein in Homburg mit sechs Millionen Euro. Allein 13 bestreikten Unikliniken zusammen sei inzwischen eine Summe von 60 Millionen Euro aufgelaufen, hat Verdi berechnet. Demnach kämen pro Klinik und Streiktag im Schnitt 150 000 bis 250 000 Euro zusammen.

Angesichts dieser Zahlen kritisierte Verdi die „Sturheit“ der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL). Wer den Millionenschaden in Kauf nehme, dem gehe es nicht „um die Sanierung angeblich leerer Kassen, sondern um einen ideologisch motivierten Kampf gegen die eigenen Beschäftigten und Gewerkschaften“, erklärte Verdi-Vorstandsmitglied Ellen Paschke und forderte die Länder zu Verhandlungen auf. Dabei hatte Verdi-Chef Frank Bsirske Anfang der Woche angekündigt, sich mit einem Terminvorschlag gegen Ende der Woche bei dem TdL-Vorsitzenden Hartmut Möllring melden zu wollen. Bis Freitagnachmittag hatte sich noch nichts getan.

Die Verdi-Spitze unterstützt derweil die Sondierungsversuche in Saarbrücken. „Eine Einigung wäre ein Signal für die anderen Länder“, sagte der saarländische Verdi-Chef Rolf Linsler auf Anfrage. Der letzte Einigungsversuch mit den Ländern war am 11. März gescheitert. Und auf der Ebene der Kommunen war am vergangenen Sonntag in Stuttgart die Schlichtung geplatzt. Dort ändert Verdi die Streikstrategie und wird von der kommenden Woche nur noch vereinzelte Streikaktionen durchführen. alf

0 Kommentare

Neuester Kommentar