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Tarifkonflikt : Warnstreiks behindern bundesweit den Schienenverkehr

Geduldsprobe zum Start in die Woche: Die Bahnstreiks haben bundesweit zu Zugausfällen und Verspätungen geführt. Hintergrund ist ein Tarifkonflikt. Am Dienstag soll es keine Aktionen geben.

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Am Montag sollen in Berlin die Tarifverhandlungen für die 130 000 Beschäftigten bei der Deutschen Bahn fortgesetzt werden.
Am Montag sollen in Berlin die Tarifverhandlungen für die 130 000 Beschäftigten bei der Deutschen Bahn fortgesetzt werden.Foto: dpa

Tausende Pendler und Bahn-Reisende haben am Montag den Arbeitsbeginn und ihre Termine verpasst. Aufgrund von Warnstreiks fielen bundesweit an die 150 Züge aus oder verspäteten sich deutlich, teilweise waren es zwei Stunden. Am Dienstag wird es nach Angaben der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG vorerst keine weiteren Aktionen geben – später sind aber Arbeitsniederlegungen durchaus noch möglich.

Die Streiks trafen seit dem frühen Morgen Stellwerke, Werkstätten und Betriebszentralen der Bahn. Teilweise war auch das Bordpersonal in den Fernzügen im Ausstand. Daneben war der Güterverkehr betroffen. Etwa 1000 Beschäftigte beteiligten sich an den Maßnahmen. Schwerpunkte waren Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Kiel, Frankfurt am Main, Stuttgart, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Reisende, die aufgrund streikbedingter Zugausfälle und Verspätungen ihre Reise nicht antreten können oder abbrechen müssen, haben nach Angaben der Bahn die Möglichkeit, sich ihre Fahrkarten und Reservierungen kostenfrei erstatten zu lassen.

Der Grund für den Warnstreik ist die seit Februar laufende Tarifrunde für 130 000 Beschäftigte bei der Eisenbahn. Die EVG verlangt ein Gehaltsplus von 6,5 Prozent in den kommenden zwölf Monaten. „Unsere Mitglieder haben sehr eindrucksvoll deutlich gemacht, wie unzufrieden sie mit dem bislang vorliegenden Angebot sind“, sagte die stellvertretende EVG-Vorsitzende Regina Rusch-Ziemba. Sie verlangte von den Arbeitgebern ein verbessertes Angebot. Die Verhandlungen darüber sollten am späten Montagnachmittag fortgesetzt werden. Am Dienstag sitzen auch sechs große Bahn-Konkurrenten im Regionalverkehr mit am Tisch.

Die Bahn findet allerdings, dass über das bislang vorliegende Angebot noch gar nicht verhandelt worden sei. Es steht dem Staatskonzern zufolge für ein Volumen von 5,4 Prozent – in zwei Stufen und mit einer Laufzeit von 24 Monaten. Hinzu komme eine zusätzliche Erhöhung der betrieblichen Altersvorsorge um einen Prozentpunkt und eine Einmalzahlung von 400 Euro. Der Warnstreik der EVG sei „unverhältnismäßig“, sagte denn auch eine Sprecherin des Konzerns.

Es geht daneben um spezielle Regeln für Reinigungskräfte und Sicherheitspersonal der Dienstleistungstochter DB Services. Den Gewerkschaften zufolge plant die Bahn, ihnen nur die Hälfte der Einkommenserhöhung direkt zukommen zu lassen, also über die Gehaltstabelle. Die andere Hälfte soll eine höhere Eingruppierung bringen – die EVG befürchtet aber, dass bei dieser Gruppe nicht das volle Lohnplus ankommt und es künftig Beschäftigte zweier Klassen gibt. Die Bahn wies dies zurück.

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