Tarifkonflikt : Warnstreiks in Metallindustrie fortgesetzt

Mit Warnstreiks und Kundgebungen haben am Montag rund 18.000 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie erneut ihre Forderungen nach mehr Geld und besserer Qualifizierung bekräftigt.

Hamburg - Allein in Nordrhein-Westfalen legten nach Angaben der IG Metall 4300 Menschen aus 27 Betrieben vorübergehend die Arbeit nieder. Im bundesweit größten Tarifbezirk NRW treffen Gewerkschaft und Arbeitgeber am Donnerstag zur vierten Verhandlungsrunde zusammen. Die IG Metall kündigte eine Ausweitung der Warnstreiks in mehreren Bundesländern an.

Im zweiten einflussreichen Tarifgebiet Baden-Württemberg gingen rund 2600 Beschäftigte aus zehn Betrieben auf die Straße. Die größten Proteste gab es nach Gewerkschaftsangaben bei der ABB-Tochter Stotz in Heidelberg sowie Bosch in Leinfelden-Echterdingen. Am Donnerstag (6. April) beginnt in Mannheim die vierte Verhandlungsrunde des Bezirks. Dazu wollen die Arbeitgeber erstmals ein Angebot vorlegen.

In Bayern will die IG Metall mit rund 25 000 Warnstreik- Teilnehmern an diesem Dienstag ein Zeichen setzen. «Am Dienstag legen wir kräftig nach», sagte der Bezirksleiter der IG Metall Bayern, Werner Neugebauer. Am Montag waren im Freistaat laut Gewerkschaft rund 1000 Metaller in den vorübergehenden Ausstand getreten. In Bayern rechnet die IG Metall bei ihren Protestaktionen in dieser Woche mit rund 60.000 Teilnehmern.

Die Arbeitgeber kritisierten die Ankündigung. «Dass die IG Metall bei den Warnstreiks jetzt nachlegen will, ist unnötig und durch nichts zu rechtfertigen», sagte der Geschäftsführer des Verbands der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie (VBM), Bertram Brossardt. Die Unternehmen hätten Angebote für mehr Beschäftigung vorgelegt. «Statt sich durch Warnstreiks an die Rituale von gestern zu klammern, sollte die IG Metall lieber sachlich mit uns über diese Angebote sprechen», forderte Brossardt.

In Berlin demonstrierten am Montag nach Gewerkschaftsangaben 830 Beschäftigte von fünf Unternehmen bei einem Sternmarsch. Am Dienstag planen Mitarbeiter von vier Unternehmen in Berlin einen Autokorso.

In Thüringen legten am Montag rund 900 Metaller zeitweise die Arbeit nieder. Bei Opel Eisenach standen bereits zum dritten Mal in diesem Tarifkonflikt die Bänder still. Dem Aufruf folgten etwa 350 Beschäftigte. Bei der Robert Bosch Fahrzeugelektrik in Eisenach beteiligten sich 300 und bei Alcatel SEL in Arnstadt 250 Beschäftigte an den Warnstreiks.

Warnstreiks gab es am Montag auch in Brandenburg, Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland. Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt für die bundesweit 3,4 Millionen Beschäftigten. Seit Ende der Friedenspflicht am vergangenen Mittwoch nach Mitternacht haben sich Gewerkschaftsangaben zufolge mehr als 255.000 Beschäftigte an Warnstreiks beteiligt.

(tso/dpa)

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