Tarifliche Vereinbarung : Mindestlöhne für Wachleute vereinbart

Für die 170.000 Beschäftigten im Wach- und Sicherheitsgewerbe könnte es bald einen Mindestlohn geben. In Ostdeutschland würde das eine Lohnerhöhung um bis zu 60 Prozent bedeuten.

Berlin - Arbeitgeber und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi haben sich im zweiten Anlauf auf einen Mindestlohntarifvertrag verständigt. Das teilte die Gewerkschaft am Freitag mit. Die Tarifparteien wollen nun bei Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) beantragen, den Tarifvertrag für die gesamte Branche für allgemeinverbindlich zu erklären.

Der Vertragsentwurf soll über mehrere Stufen in allen Regionen zu einem Mindestlohn von 7,50 Euro ab Anfang 2013 führen. „Bis zur letzten zeitlichen Stufe erhöht sich in den neuen Ländern die Stundenvergütung um bis zu 60 Prozent“, heißt es bei der Gewerkschaft. In Sachsen-Anhalt würde der Stundenlohn von jetzt 4,70 Euro auf 7,50 Euro steigen. Im Westen könnten sich die Löhne um zehn Prozent erhöhen. Der Bundesverband Deutscher Wach- und Sicherheitsunternehmen (BDWS) begründete den Abschluss unter anderem damit, dass ab Mai 2011 der Arbeitsmarkt für Arbeitnehmer aus den osteuropäischen EU- Staaten offensteht. Die Arbeitgeber befürchten Niedriglohnkonkurrenz aus dem Ausland. Die deutliche Anhebung der Löhne im Osten lasse sich nicht umgehen. „Das wird eine ganz harte Nuss in einigen Gebieten“, sagte der Sprecher.

Der BDWS sei trotzdem zuversichtlich, dass das Vertragswerk im Verband Zustimmung findet. Auch der Verdi-Bundesvorstand muss das Vertragswerk noch genehmigen. „Wir gehen davon aus, dass die Zustimmung erteilt wird“, sagte die Sprecherin. Im letzten Jahr war ein Mindestlohn an Verdi gescheitert, weil die Gewerkschaft den geplanten Satz als zu niedrig eingeschätzt hatte. rtr

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