Wirtschaft : Tariflöhne steigen langsam – am Bau sinken sie sogar

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Wiesbaden/Berlin - Die Tariflöhne sind in den ersten sechs Monaten des Jahres nur moderat gestiegen. Die Verdienste legten je nach Branche und Region um 0,5 bis 3,4 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Die Verbraucherpreise stiegen im selben Zeitraum um zwei Prozent. Viele Beschäftigte mussten deshalb Reallohnverluste hinnehmen.

Der durchschnittliche Anstieg der Tarifgehälter im ersten Halbjahr wird Ende Oktober veröffentlicht. Im Frühjahr war er so gering wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr.

Die Tarifabschlüsse sind selbst innerhalb einer Branche oft regional unterschiedlich: Den höchsten Anstieg im ersten Halbjahr gab es mit 3,4 Prozent in der baden-württembergischen Energieversorgung. Im Metallgewerbe konnten sich die Beschäftigten bundesweit über 3,0 Prozent mehr Lohn freuen, im ostdeutschen Holzgewerbe waren es 2,7 Prozent.

Mit geringen Tariferhöhungen mussten sich dagegen zum Beispiel die Mitarbeiter im Großhandel in Rheinland-Rheinhessen (plus 0,5 Prozent) oder im westdeutschen Keramikgewerbe mit einem Zuwachs von 0,8 Prozent begnügen.

Besonders hart traf es die Bauarbeiter. Ihre Tariflöhne gingen in ganz Deutschland faktisch zurück: Grund war vor allem die vereinbarte Arbeitszeitverlängerung zu Beginn des Jahres, die die Stundenlöhne um 2,5 Prozent sinken ließ. Diesen Rückgang konnte auch der spätere Anstieg der Tariflöhne um 1,0 Prozent nicht wettmachen. Tsp

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