Wirtschaft : Tarifparteien setzen auf Kompromiss

-

Berlin - Einen Tag nach dem Spitzengespräch im öffentlichen Dienst äußerten sich die Beteiligten zuversichtlich über die Kompromissaussichten. „Ich bin durchaus positiv gestimmt, alle Beteiligten wollen sich einigen“, sagte der sächsische Finanzminister Horst Metz (CDU) dem Tagesspiegel. Auf Seiten der Länder werden die Verhandlungen von Metz sowie dem niedersächsischen Finanzminister Hartmut Möllring und dem schleswig-holsteinischen Innenminister Ralf Stegner geführt. Verdi-Chef Frank Bsirske sagte über das Spitzengespräch am Montag, es habe in einer „anderen Tonlage“ stattgefunden als die vorhergegangenen Treffen. Stegner sagte auf Anfrage, es habe am Montag „mehr Bewegung gegeben als in den vergangenen anderthalb Jahren“. Verdi und die Länder streiten über die Verlängerung der Arbeitszeit und die Kürzung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Seit gut zwei Wochen streikt Verdi für den Erhalt der 38,5-Stunden-Woche. Am Dienstag waren 30 000 Beschäftigte im Ausstand.

Bis zum nächsten Verhandlungstermin mit den Ländern um den 10. März herum will Verdi den Arbeitskampf fortsetzen. Über das Gespräch am Montag vereinbarten die Beteiligten Vertraulichkeit. Sachsens Finanzminister Metz sagte aber, bei der umstrittenen Arbeitszeit gebe es „Ansatzpunkte“. Ein Verdi-Sprecher meinte, „das sehen wir genauso; wir könnten uns vorstellen, dass man auch da zu einer Lösung kommt“. Metz betonte, er habe „großes Interesse daran, dass die Tarifgemeinschaft der Länder bestehen bleibt“, weil so die Verhandlungen mit Verdi leichter seien, als wenn das jedes Land für sich allein versuche. Stegner hatte kürzlich dem Tagesspiegel gesagt, wenn man zu keinem Tarifkompromiss komme, sei die Tarifgemeinschaft erledigt. alf

0 Kommentare

Neuester Kommentar