Wirtschaft : Tarifrunde 2002: Metaller streiken bei Autozulieferern in Bayern und NRW

Im Tarifstreit der Metallindustrie hat die IG Metall ihre Gangart verschärft. Nach Ende der Friedenspflicht am vergangenen Donnerstag legten erstmals Beschäftigte in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen vorübergehend die Arbeit nieder. In Bayern setzte die Gewerkschaft ihre Warnstreiks fort. Die IG Metall fordert 6,5 Prozent höhere Einkommen, die Arbeitgeber beharren auf einem Angebot von jeweils zwei Prozent in diesem und im kommenden Jahr. Von Anfang nächster Woche an will die Gewerkschaft zu flächendeckenden Warnstreiks aufrufen. Hans-Werner Busch, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, sprach im Westdeutschen Rundfunk (WDR) von einer "reichlich unvernünftigen" Haltung und von unnützem Säbelrasseln. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt warf der Gewerkschaft in einer Stellungnahme "unverantwortliche Kraftmeierei" vor. Die Warnstreiks führten zu Produktionsausfällen und gefährdeten Arbeitsplätze, meinte Hundt in Berlin.

Im nordrhein-westfälischen Lohmar (Rhein-Sieg-Kreis) legten am Morgen 600 Beschäftigte des Automobilzulieferers GKN Walterscheid GmbH vorübergehend die Arbeit nieder. IG Metall-Sprecher Wolfgang Nettelstroth sprach von einer ersten "kleineren Aktion", der weitere folgen würden. In Hannover ruhte mit Beginn der Frühschicht die Produktion bei den beiden Kabelherstellern Radio Frequency Systems (RFS) und Nexans. Im Tagesverlauf sollten sich 600 Beschäftigte im Streik befinden, hieß es aus Gewerkschaftskreisen. Auch der dortige IG Metall-Sprecher kündigte an, die Aktionen vor der nächsten Verhandlungsrunde am 12. April "auf eine breite Basis" zu stellen. Im unterfränkischen Bad Brückenau legten am Vormittag rund 250 Beschäftigte eines Automobilzulieferers für eine Stunde die Arbeit nieder. Am Nachmittag sollten Warnstreiks in sechs Betrieben in der Region Weilheim folgen.

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