Wirtschaft : Tarifrunde in Berlin ohne Ergebnis

Keine Einigung über Bezahlung in der Industrie

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Berlin - Bei den Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg gibt es weiterhin keine Einigung. Die zweite Tarifrunde wurde am Dienstag nach zweistündigen Beratungen auf den 27. März vertagt, wie der Verband der Metall- und Elektroindustrie (VME) mitteilte.

Der VME schlug der IG Metall einen „kostenneutralen Tarifabschluss“ vor, wie Verhandlungsführerin Margarete Haase sagte. Die Produktivität solle als Maßstab für Lohnerhöhungen dienen. Der Zuwachs liegt nach Angaben des VME bei 1,2 Prozent. Andernfalls werde der Aufschwung gefährdet. Zudem sollten Betriebe, die zusätzliche Mitarbeiter einstellen, bei der Lohn- und Arbeitszeitgestaltung künftig mehr Spielraum erhalten. Tarifpolitik habe sich bisher häufig nur auf die Sicherung von Arbeitsplätzen beschränkt, sagte Haase. Was aber fehle, seien tarifvertragliche Anreize für den Beschäftigungsaufbau.

Die IG Metall fordert dagegen fünf Prozent mehr Lohn. Zugleich strebt sie einen Tarifvertrag zu Qualifizierung und Innovation an. Die Gewerkschaft dringt insbesondere auf größere Anstrengungen bei der Weiterbildung von un- und angelernten Arbeitskräften. Auch ältere Arbeitnehmer müssten stärker gefördert werden, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Ein Teil der Betriebe investiere zwar in beachtlichem Umfang in die Weiterbildung der Mitarbeiter, konzentriere aber die Förderung vor allem auf die qualifizierten Arbeitskräfte. Un- und Angelernte hätten oftmals keine Chance auf betriebliche Fortbildung, obwohl ihre Arbeitsplätze besonders gefährdet seien. Der VME lehnte die Forderungen als unangemessen ab. dr

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