Tarifsteigerungen 2013 : IG Metall will 5,5 Prozent

Die Metaller gehen bescheidener ran als im letzten Jahr, im öffentlichen Dienst wollen die Gewerkschaften 6,5 Prozent.

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Berlin - Das Tarifjahr 2013 kommt in Fahrt. Am Dienstag setzte die IG Metall eine Marke in dem mit Abstand wichtigsten Wirtschaftsbereich: Für die rund 3,7 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie geht die größte deutsche Gewerkschaft mit einer Forderung von 5,5 Prozent ins Rennen. Die Verhandlungen beginnen allerdings erst Ende März, ein Abschluss wird im Mai erwartet. Bei den Verhandlungen für die Angestellten im öffentlichen Dienst der Bundesländer wird bereits in der kommenden Woche mit einem Abschluss gerechnet.

Verdi und die Gewerkschaften der Polizisten und Lehrer sowie der Beamtenbund wollen für die rund zwei Millionen Erwerbstätigen der Länder und des Bundes einen Zuschlag von 6,5 Prozent. Dass die Forderung für den öffentlichen Dienst um ein Prozent höher liegt als in der Industrie, hängt mit 2012 zusammen: Da gab es für die Metaller 4,3 Prozent mehr Geld, für die Länderangestellten aber nur 1,9 Prozent.

In bislang zwei Verhandlungsrunden waren sich Gewerkschaften und Bundesländer in den vergangenen Wochen kaum nähergekommen; ein Angebot der Länder gibt es noch nicht, wird aber zum Auftakt der nächsten Runde am 7. März erwartet. Immerhin kommt man sich bei der seit vielen Jahren umstrittenen Eingruppierung der Lehrer näher: In einer gemeinsamen Arbeitsgruppe sind Arbeitgeber und Gewerkschaften dabei, sich zu verständigen. Weil mit Sachsen – dort gibt es es keine verbeamteten Lehrer und die Gehälter sind niedrig – eine Lösung schwierig ist, wird eine Regelung für die sächsischen Pädagogen ausgeklammert und soll später auf Landesebene verhandelt werden. Es gibt bundesweit keine Regeln für die Eingruppierung von Lehrkräften, weshalb sich die Einkommen von Land zu Land zum Teil erheblich unterscheiden. Die Gewerkschaften möchten das ändern und veranschlagen die zusätzlichen Kosten für die Bundesländer mit rund einem Prozent – das die Länder nicht zahlen wollen. Zumindest nicht auf einen Schlag.

Mit so speziellen Problemen müssen sich die Tarifparteien in der Metallindustrie nicht herumschlagen. Im vergangenen Jahr hatte die IG Metall noch die Übernahme von Azubis und die Regulierung von Leiharbeit im Forderungskatalog, in diesem Jahr geht es nur ums Geld. Die baden-württembergische IG Metall, die als erster Regionalverband der Gewerkschaft 5,5 Prozent forderte, begründete die Ziffer mit der Konjunktur. 63 Prozent der Betriebe hätten 2012 eine gute Bilanz erwirtschaftet „und für 2013 ist kein Abbruch erkennbar“. Die Arbeitgeber wiesen das zurück. „Fast kein Wachstum und 5,5 Prozent mehr Geld: Das passt überhaupt nicht zusammen“, meinte der Chef der baden-württembergischen Metallarbeitgeber. Die Arbeitgeber streben eine „flexible Tariflösung“ an, die der differenzierten Lage in den Betrieben gerecht werde. Alfons Frese

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