Tarifstreit : Bahn bessert Angebot nach

Neue Gespräche zwischen Gewerkschaften und Konzern bei der Bahn. Derzeit gibt es keine Lösung im Konflikt mit den Lokführern.

Bernd Hops

Berlin Die Deutsche Bahn hat den Gewerkschaften ein neues Lohnangebot gemacht. In diesem Jahr solle es eine Einmalzahlung von 450 Euro geben und zum 1. Januar 2008 ein Gehaltsplus von 3,4 Prozent, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Die beiden größten Eisenbahnergewerkschaften Transnet und GDBA wiesen das Angebot zwar als zu niedrig zurück. Es hieß aber auch im Anschluss an die jüngste Verhandlungsrunde: „Das ist ein Schritt nach vorne.“ Am kommenden Sonntag wird in Berlin weiterverhandelt. Bis dahin wollen die beiden Gewerkschaften auf Warnstreiks verzichten – im Gegensatz zu den Lokführern, die einen eigenen Tarifvertrag anstreben. GDL-Chef Manfred Schell kündigte für kommende Woche erneute Arbeitskampfmaßnahmen an.

Für die 134 000 tariflich Beschäftigten der Bahn AG fordern Transnet und GDBA sieben Prozent mehr Lohn. Die Lokführergewerkschaft GDL bemüht sich seit Jahren um mehr Eigenständigkeit und fordert eine deutliche Anhebung der Grundgehälter für das Zugpersonal. Im Extremfall geht es um ein Plus von rund 30 Prozent. Die Bahn hat die Forderungen der Gewerkschaften bisher als zu hoch zurückgewiesen. Außerdem lehnt die Bahn einen separaten Abschluss mit der GDL ab, weil dies eine Spaltung der Belegschaft bedeuten würde. Auch bei einem Spitzentreffen von Gewerkschaftschef Schell und Bahn-Chef Hartmut Mehdorn gab es am Donnerstag kein Lösung in dem Konflikt. Der Verhandlungsführer der Bahn, Werner Bayreuther, sagte: „Unser Gespräch war konstruktiv, auch wenn grundlegende Meinungsverschiedenheiten nicht ausgeräumt werden konnten.“ Am 13. Juli soll es ein weiteres Treffen geben.

Am Donnerstag besprachen außerdem die Verkehrsexperten der Fraktionen von SPD und Union das geplante Gesetz zur Privatisierung der Bahn. Hans-Peter Friedrich, Fraktionsvize der Union, sagte dem Tagesspiegel, man werde die verbleibenden Dissenspunkte aufschreiben. Dabei gehe es unter anderem um den Zeitraum, in dem die Deutsche Bahn das Schienennetz bewirtschaften darf. Ende Juli will das Kabinett den Gesetzentwurf beschließen. Die Parlamentarier wollen im Vorfeld bereits auf weitere Änderungen drängen. 

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