Tarifstreit : Bahnchef: Lokführer-Forderungen nicht erfüllbar

Im Tarifstreit bei der Deutschen Bahn zeichnet sich nach wie vor keine Kompromisslinie ab. Bis zu 31 Prozent mehr Gehalt für die Lokführer könne sich die Bahn "schlicht nicht leisten", sagte Bahnchef Hartmut Mehdorn. In dieser Woche muss wieder mit Streiks gerechnet werden.

BerlinBahnchef Hartmut Mehdorn sagte am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Anne Will", die Forderung der Lokführergewerkschaft GDL von bis zu 31 Prozent mehr Gehalt sei nicht erfüllbar. "Wir können uns das schlicht nicht leisten." Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) bekräftigte, der Bund als Eigentümer der Bahn werde sich aus dem Konflikt heraushalten. Das sei das Gebot der Tarifautonomie.

Der GDL-Vorsitzende Manfred Schell hatte zuvor mitgeteilt, seine Gewerkschaft werde in der kommenden Woche mit nur kurzfristiger Ankündigung zu Streiks aufrufen, wenn ihr bis Dienstagmittag kein neues Angebot der Bahn vorliegen sollte. Das Unternehmen könnte dann nicht mit Ersatzfahrplänen reagieren. Die Bahn hat mit den anderen Gewerkschaften Transnet und GDBA einen Tarifabschluss mit einer Einkommenserhöhung von 4,5 Prozent erzielt. Diese Anhebung bietet sie auch den bei der GDL organisierten Lokführern an. Die Lokführer sollen außerdem durch Mehrarbeit zusätzlich Geld verdienen können. (mit dpa)

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