Tarifstreit : Bankmitarbeiter wollen mehr Geld

Die Fronten bleiben verhärtet: Im Tarifkonflikt des deutschen Bankengewerbes zeichnet sich auch vor der dritten Verhandlungsrunde am kommenden Dienstag in Frankfurt keine Annäherung ab. In Frankfurt am Main beteiligten sich rund 500 Arbeitnehmer an einem Warnstreik.

Frankfurt/MainDie Arbeitgeber machten am Donnerstag klar, dass sie der Forderung der Arbeitnehmerseite nach Vorlage eines konkreten Angebots zunächst nicht nachkommen wollen. "Wir haben zwölf Verhandlungsfelder. Erst wenn wir in den wesentlichen Punkten eine Einigungslinie sehen, diskutieren wir auch das Gesamtpaket inklusive Gehalt", sagte Banken-Verhandlungsführer Heinz Laber.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi will in den Tarifverhandlungen unter anderem erreichen, dass die Gehälter der 240.000 Beschäftigten der privaten und öffentlichen Banken um acht Prozent angehoben werden. Die Arbeitgeber hatten in den ersten beiden Verhandlungsrunden Mitte Juni und Anfang Juli kein konkretes Angebot vorgelegt. Sie wollen eine Gehaltsanpassung "mit Augenmaß" und fordern außerdem, die Entgelte von Vertriebsmitarbeitern stärker zu "variabilisieren".

"Mehr Gerechtigkeit"

Verhandlungsführer Laber sagte, den Banken gehe es mit ihrer Forderung nach einem neuen Vergütungssystem nicht darum, Kosten zu sparen. Ziel sei es, "stärkere Anreize und mehr Gerechtigkeit zu schaffen".

Um die Arbeitgeber zu einem konkreten Angebot zu drängen, legten in Frankfurt Beschäftigte mehrerer Großbanken am Donnerstag vorübergehend die Arbeit nieder. Nach Gewerkschaftsangaben beteiligten sich an dem Warnstreik mit anschließender Demonstration durch das Bankenviertel rund 500 Arbeitnehmer. Vertreter der Gewerkschaft drohten damit, die Streikaktionen auszuweiten, sollten die Arbeitgeber in der nächsten Verhandlungsrunde keine Bewegung zeigen. (mfa/ddp)

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