Tarifstreit bei der Deutschen Bahn : Lokführergewerkschaft GDL setzt Bahn Ultimatum

Vor Beginn der neuen Gesprächsrunde im Tarifkonflikt mit der Bahn haben die Lokführer Druck gemacht. Gewerkschaftschef Weselsky deutete weitere Streiks an, sollte bis Freitagnachmittag kein Resultat herauskommen.

Die Lokführergewerkschaft GDL hat erneute Streiks bei der Bahn angedeutet.
Die Lokführergewerkschaft GDL hat erneute Streiks bei der Bahn angedeutet.Foto: dpa/Bernd Weißbrod

Die Lokführergewerkschaft GDL hat der Deutschen Bahn zum Auftakt einer weiteren Verhandlungsrunde ein Ultimatum gestellt. Wenn es bis Freitag um 15 Uhr keine Ergebnisse gebe, würden weitere Schritte eingeleitet, sagte GDL-Chef Claus Weselsky am Donnerstag in Frankfurt und deutete weitere Streiks an. “Dann ist Schluss mit lustig.“

Die GDL wirft der Bahn eine Hinhaltetaktik in den bald einjährigen Tarifgesprächen vor. Der Konzern setze auf das Tarifeinheitsgesetz der Bundesregierung, das noch vor Sommer beschlossen werden soll. Es würde die Rechte kleinerer Gewerkschaften wie der GDL einschränken. “Die Bahn will sich durchmogeln und kein Ergebnis erzielen“, sagte Weselsky.

Bahn sieht Fortschritte

Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber bestritt dies: “Wir machen Fortschritte, die sind mühsam und klein.“ Er verwies darauf, dass der Konzern parallel auch mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) verhandele. “Die GDL muss die Realität im Konzern anerkennen“, sagte Weber.

Die GDL hat im laufenden Tarifkonflikt bereits sechsmal gestreikt. Sie argumentiert, die Bahn wolle verhindern, dass die Lokführervertreter unabhängig von der größeren Konkurrenzgewerkschaft EVG für ihre Mitglieder auch beim Zugpersonal eigene Verträge aushandelt.

Konkurrenzkampf der Gewerkschaften

Die Tarifgespräche sind schwierig, da die GDL und die EVG teils für dieselben Beschäftigtengruppen Abschlüsse erzielen wollen. Ziel der Bahn ist es aber, für GDL- und EVG-Mitglieder vergleichbare Verträge zu erreichen. Die neue, mittlerweile 16. Verhandlungsrunde, ist für Donnerstag und Freitag angesetzt. Die EVG verhandelt nächste Woche wieder. (Reuters)

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