Tarifstreit : Keine Einigung in der Druckindustrie

Die Tarifverhandlungen für die 180.000 Beschäftigten sind in der Nacht ohne Ergebnis vertagt worden. Arbeitgeber und Gewerkschaft konnten sich auch in der vierten Runde nicht auf einen Abschluss einigen.

Frankfurt/Main - Verdi fordert 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt für zwölf Monate. "Wir haben uns bis zur Schmerzgrenze bewegt", sagte Verdi-Sprecherin Cornelia Haß. Die Arbeitgeber hätten ihr Angebot, das für 24 Monate stufenweise Erhöhungen von 1,8 und 2,0 Prozent sowie variable Einmalzahlungen vorsieht, dagegen kaum verbessert. Die Verhandlungen sollen am 5. Juni in Frankfurt fortgesetzt werden.

Eine Sprecherin des Bundesverbandes Druck und Medien (bvdm) warf dagegen der Gewerkschaft vor, in der Frage der tabellenwirksamen Erhöhung kein Entgegenkommen gezeigt zu haben. "Für uns ist es enttäuschend, wie blind Verdi gegenüber der Branchensituation ist", sagte bvdm-Sprecherin Yvonne Frenz. Die Druckindustrie sei nicht mit der Metall- und Elektroindustrie vergleichbar.

4000 Beschäftigte im Warnstreik

Die Verhandlungen waren erneut von Warnstreiks begleitet worden, an denen sich am Dienstag nach Gewerkschaftsangaben bundesweit 4000 Beschäftigte in 30 Betrieben beteiligten. Dies sei die größte Zahl von Teilnehmern seit Ablauf der Friedenspflicht Ende April. Wegen der Warnstreiks werden einige Zeitungen in geringerem Umfang erscheinen. Die Tarifkommission von Verdi will am Mittwoch das weitere Vorgehen beraten. (tso/dpa)

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