Tarifstreit : Lokführer und Bahn endgültig einig

Zehn Monate Tarifkonflikt sind vorbei: Der Tarifvertrag sei "fertig", gab die Lokführergewerkschaft heute bekannt. Einige offene Fragen gibt es dennoch.

Bahnstreik
Endlich Frieden für GDL-Chef Manfred Schell : Nach monatelangem Gerangel haben sich Gewerkschaft und Bahn geeinigt. -Foto: ddp

Im Tarifkonflikt bei der Bahn ist der Weg für eine endgültige Einigung nach Darstellung der Lokführergewerkschaft GDL frei. Der Tarifvertrag mit dem Konzern sei "fertig", sagte GDL-Chef Manfred Schell nach einer Verhandlungsrunde in Berlin. Die Vereinbarung könne an diesem Donnerstag paraphiert, also vorläufig besiegelt werden. Wichtige Fragen zum Geltungsbereich des Vertrages müssten jedoch noch mit den anderen Gewerkschaften Transnet und GDBA sowie der Bahn geklärt werden. Der Konzern äußerte sich zunächst nicht. Für den Abend war aber eine Stellungnahme zum  "aktuellen Stand der Tarifverhandlungen mit der GDL" angekündigt.

Schell räumte nach mehrstündigen Verhandlungen mit der Bahn ein, dass noch mit Transnet und GDBA abgesprochen werden müsse, wer künftig für die rund 3000 Lokrangierführer zuständig sei. Außerdem gebe es noch keine Verständigung, ob Bahntochtergesellschaften wie die DB Zeitarbeit in den Geltungsbereich des Tarifvertrages fallen. Die offenen Fragen sollten in Spitzengesprächen mit den Chefs der anderen Gewerkschaften und Bahnchef Hartmut Mehdorn beantwortet werden. Angesichts der grundsätzlichen Einigung mit der Bahn sprach Schell von einem "historischen Tag in der Geschichte der GDL". Am Ende des zehnmonatigen Tarifkonflikts sei ein Kompromiss herausgekommen, "mit dem wir gut leben können".

Mehdorn und Schell hatten sich am 12. Januar bei Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) auf Eckpunkte eines Tarifvertrags verständigt. Schell bestätigte, dass sie in dieser Form auch in den Vertrag geschrieben werden sollen. Demnach bekommen die Lokführer rückwirkend vom 1. Juli 2007 an eine Einmalzahlung von 800 Euro. Von März an sollen die Einkommen dann um acht Prozent erhöht werden, von September an um weitere drei Prozent. Der eigenständige Tarifvertrag für Lokführer soll wie fünf weitere Einzelverträge für andere Berufsgruppen unter das Dach eines allgemeinen Basis-Tarifvertrags gestellt werden.

Bei einem Treffen am Dienstag hatten sich die drei Gewerkschaften Transnet, GDBA und GDL noch nicht über eine künftige Kooperation untereinander verständigen können. In der nächsten Woche soll es ein weiteres Treffen geben. Die Bahn hatte mehrfach darauf hingewiesen, dass eine solche Abstimmung Voraussetzung für Abschlüsse mit allen Gewerkschaften ist, wie dies auch in den Eckpunkten mit der GDL festgehalten worden war. (jam/dpa)

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