Tarifstreit : Metaller forcieren den Streit um die Altersteilzeit

Die Metaller drohen mit Urabstimmung und Streik, wenn die Arbeitgeber nicht zu neuen Verhandlungen bereit seien. Diese verteidigen ihr Angebot - es sei fein justiert.

BerlinDie Tarifparteien der Metallindustrie wollen sich weiter um eine Regelung zur Altersteilzeit bemühen. Am Montag befasste sich die Tarifkommission der Gewerkschaft mit dem aktuellen Stand. Der baden-württembergische Gewerkschaftschef Jörg Hofmann warnte die Arbeitgeber: Wenn sie nicht zu neuen Verhandlungen bereit seien "und ihr provokantes Skandalmodell nicht zurücknehmen, gehen wir geradewegs Richtung Urabstimmung und Streik". Die Arbeitgeber wiederum bezeichneten die Ansage der IG Metall als "nicht nachvollziehbar und in ihrer Schärfe völlig inakzeptabel".

Am Freitagabend waren die Verhandlungen in Stuttgart überraschend gescheitert, weil die dortigen Arbeitgeber eine bereits ausgehandelte Kompromisslinie verlassen haben, wie die IG Metall beklagt. Die Stuttgarter Arbeitgebervertreter seien von der Berliner Gesamtmetall-Zentrale zurückgepfiffen worden. Die Arbeitgeber wiesen das am Montag zurück und verteidigten ihr Angebot; bei den Verhandlungen hätten sie "an mehreren fein aufeinander abgestimmten Stellschrauben" gedreht. Sie waren bei der Zahl der Beschäftigten, die Anspruch auf Altersteilzeit haben, unter der Forderung der IG Metall geblieben, hatten dafür aber eine verbesserte Finanzierung angeboten. Die ursprüngliche Verhandlungslösung sah so aus: Maximal vier Prozent einer Belegschaft sollten in Altersteilzeit gehen können. Die Hälfte dieser Quote war für Schichtarbeiter reserviert. Wenn es keine Schichtarbeiter im Betrieb gibt, wollten die Arbeitgeber nur einen Anspruch von zwei Prozent festschreiben. Das wies die IG Metall zurück.

Heute befasst sich der Vorstand der Gewerkschaft mit der Situation und dem weiteren Vorgehen, morgen die Spitze von Gesamtmetall. alf

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben