Tarifstreit : Warnstreiks bei der Postbank

2000 Mitarbeitern haben am Montag demonstriert, sagt die Gewerkschaft Verdi. Sie fordern acht Prozent mehr Geld. Viele Überweisungen kommen nur verzögert an.

Berlin - Mitten in der Finanzkrise haben viele Beschäftigte der Postbank am Montag ihre Arbeit niedergelegt. Anlass für die Warnstreiks war allerdings nicht die globale Bankenkrise, sondern ein nationaler Tarifstreit. Die Gewerkschaft fordert für die rund 5000 betroffenen Postbank-Beschäftigten acht Prozent mehr Geld sowie Kündigungsschutz bis 2013. Der Kündigungsschutz soll die Mitarbeiter nach der geplanten Übernahme der Postbank durch die Deutsche Bank absichern. Am Mittwoch gehen die Tarifverhandlungen in Bad Neuenahr (Rheinland-Pfalz) in die dritte Runde. Am heutigen Dienstag soll es weitere Streiks geben, allerdings nicht in Berlin.

Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi demonstrierten am Montag in acht deutschen Städten insgesamt 2000 Mitarbeiter. Die Postbank sprach dagegen von lediglich 400 Mitarbeitern. Arbeitsniederlegungen und Protestaktionen gab es Verdi zufolge in Berlin, Hamburg, Köln, Dortmund, München, Saarbrücken, Frankfurt am Main und Ludwigshafen.

„In Berlin waren etwa 200 Mitarbeiter im Ausstand“, sagte Frank Wolf, Fachbereichsleiter Finanzdienstleistungen beim Verdi-Landesverband Berlin-Brandenburg, dem Tagesspiegel. Dies sei etwa die Hälfte der hier betroffenen Postbank-Beschäftigten. Es gehe dabei allerdings nur um die Verwaltung, die in Berlin am Halleschen Tor in Kreuzberg angesiedelt ist. Die Beschäftigten in den Post-Filialen seien nicht betroffen.

Für die Kunden hätten die Streiks dennoch Auswirkungen. Viele Überweisungen könnten wegen der Ausstände nur verzögert bearbeitet werden. Bundesweit sprach Verdi von rund 450 000 nicht bearbeiteten Überweisungen. Postbank-Sprecher Joachim Strunk bezeichnete diese Zahl als „deutlich zu hoch“. Die Kunden würden die Auswirkungen der Streiks praktisch nicht spüren.

Die Bank habe Tariferhöhungen angeboten, die über den allgemeinen Bankentarifen lägen, sowie die Fortschreibung des Kündigungsschutzes bis 2011, sagte Strunk. „Wir fühlen uns an das gebunden, was wir gesagt haben. Angesichts der Finanzkrise wären wir aber froh, wenn die Gewerkschaft Maß halten würde.“

Verdi hielt dagegen, das Arbeitgeberangebot aus der letzten Runde sei indiskutabel gewesen, da die Arbeitgeber unter anderem einen Kündigungsschutz bis 2013 ablehnen. Erfreulich sei die hohe Beteiligung an den bundesweiten Protestaktionen. „Wir gehen gestärkt in die nächste Verhandlungsrunde am Mittwoch“, sagte Sprecher Gerd Tausendfreund. stek/dpa

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