Tarifstreit : Zehntausende Mediziner wollen streiken

Auch bei den Klinikärzten stehen die Signale auf Warnstreik. Weil die Arbeitgeber bisher kein Angebot zur Gehaltserhöhung vorgelegt haben, verlieren die Ärzte langsam die Geduld, teilt der Marburger Bund mit.

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Die Klinikärzte in Deutschland machen mobil. - Foto:ddp

BerlinIm Tarifstreit der Klinikärzte hat die Ärztegewerkschaft Marburger Bund die rund 55.000 Mediziner an kommunalen Krankenhäusern für kommenden Donnerstag (13. März) zu einem Warnstreik aufgerufen. Die Arbeitgeberseite hat noch immer kein Angebot vorgelegt, kritisierte Gewerkschaftschef Rudolf Henke. Allmählich verlieren die Klinikärzte die Geduld. In allen bestreikten Krankenhäusern wird es während des Streiks eine Notfallversorgung geben, betonte er.

Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) kritisierte den Streikaufruf heftig. "Ich finde es unerträglich, dass Patienten für ein solches Schauspiel in Geiselhaft genommen werden", sagte Verhandlungsführer Joachim Finkenburg. Während laufender Gespräche auf die Straße zu gehen, sei "sehr befremdlich", gehöre aber offenbar zum üblichen Ritual von Gewerkschaften.

Ärztemangel wegen schlechter Arbeitsbedingungen

Am 13. März kommen beide Tarifparteien in Wiesbaden zur vierten Verhandlungsrunde zusammen. Am Rande der Gespräche wollen die Klinikärzte bei einer zentralen Kundgebung für mehr Einkommen und bessere Arbeitsbedingungen demonstrieren.

Die Verhandlungen zwischen Marburger Bund und VKA laufen seit Mitte Januar. Die Gewerkschaft fordert für die Klinikärzte durchschnittliche Gehaltserhöhungen von rund zehn Prozent und eine sofortige Angleichung der Ostgehälter an das Westniveau.

Schlechte Arbeitsbedingungen und unzureichende Gehälter führten zu einem ernst zu nehmenden Ärztemangel, sagte Henke. Viele Krankenhäuser suchen händeringend nach Bewerbern. (ut/ddp)

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