Tarifverhandlungen : Bahn-Beschäftigte wollen sieben Prozent mehr Gehalt

Mit einer Forderung von sieben Prozent mehr Gehalt seitens der Gewerkschaften beginnen am Dienstag die Tarifverhandlungen bei der Deutschen Bahn. Bahnchef Mehdorn appellierte an die Arbeitnehmervertreter, einem "maßvollen Abschluss" zu zustimmen.

Deutsche Bahn
Morgen beginnen die Tarifverhandlungen bei der Deutschen Bahn. -Foto: ddp

BerlinDie Deutsche Bahn und die Gewerkschaften verhandeln ab Dienstag über einen neuen Tarifvertrag für die mehr als 130.000 Beschäftigten des Konzerns. Die Bahngewerkschaften Transnet und GDBA fordern sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 150 Euro mehr im Monat. Bahnchef Hartmut Mehdorn wies dies zurück. Die Bahn-Beschäftigten hätten zwar in den letzten Jahren für den Sparkurs des Unternehmens Opfer gebracht, aber "sieben Prozent mehr ist zuviel", sagte Mehdorn der Zeitschrift "Super Illu". Er appellierte an die Gewerkschaften, einem "maßvollen" Abschluss zuzustimmen. Sonst drohe Jobabbau.

Die Unterhändler von Gewerkschaft und Konzern treffen sich am Dienstagmorgen in einem Hotel in Berlin zur ersten Verhandlungsrunde. Zehn Tage später läuft der aktuelle Tarifvertrag aus. Bereits zwei Stunden nach Beginn des Gesprächs ist laut Transnet und GDBA eine Kundgebung mit rund 1000 Eisenbahnern vor Ort geplant. Sie wollen der Forderung unter dem Motto "Du bist mehr wert" Nachdruck verleihen. Ein Gewerkschaftsvertreter hatte "harte Verhandlungen" vorausgesagt. Mit ein oder zwei Tarifrunden werde es sicherlich nicht getan sein.

Transnet-Vorsitzender Norbert Hansen und GDBA-Chef Klaus-Dieter Hommel betonten am Montag noch einmal, die Forderung sei "realistisch, nachvollziehbar und berechtigt". Sie hatten in der vergangenen Woche auf das gute Jahresergebnis der Bahn verwiesen, das beste in der Geschichte der DB. Die Bahn machte im vergangenen Jahr 1,7 Milliarden Euro Gewinn. Die Bahn habe "gut verdient" und werde auch in diesem Jahr wirtschaftlich erfolgreich sein, sagte Mehdorn der "Super Illu". Das sei jedoch nur möglich, weil "wir erheblich investieren und dafür auch Schulden machen müssen". Die heutigen Gewinne könne die Bahn deshalb nicht "konsumieren", sondern müsse davon ihre Modernisierung bezahlen. (mit AFP)

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