Tarifverhandlungen : Bahn und GDL brechen Gespräche ab

Der Tarifstreit zwischen Bahn und Lokführern flammt neu auf. Zwar sind sich die Tarifparteien über die Höhe der Lohnsteigerung einig. Dennoch fühlt sich die GDL nicht fair behandelt - und droht mit neuen Streiks.

Schell
Der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivfuehrer (GDL), Manfred Schell, setzt die Bahn AG unter Druck. -Foto: ddp

FrankfurtGrundsätzlich sind sich beide Seiten über eine Einkommenserhöhung von elf Prozent in zwei Stufen einig. Allerdings ist dieser Vertrag noch nicht unterzeichnet. Die Bahn macht einen solchen Vorvertrag zur Bedingung, damit der Ende Januar ausgehandelte Entgelttarifvertrag in Kraft treten kann. Beide Parteien haben ihre Verhandlungen über diesen Vorvertrag ergebnislos abgebrochen. Die GDL droht nun mit neuen Streiks.

Der Vorsitzende der Lokführergewerkschaft GDL, Manfred Schell, hat das Ultimatum an die Bahn zur Lösung des Tarifstreits erneuert. "Am 7. März wird der Tarifvertrag unterschrieben, oder die Gremien beraten, wie es weitergeht", sagte Schell nach dem Abbruch der Verhandlungen. Diese könnten neue Streiks beschließen. "Eine Chance geben wir der Bahn nicht mehr, dass wir nach dem 7. in eine erneute Verhandlungsrunde eintreten", sagte Schell. Der von der Bahn verlangte Grundlagentarifvertrag verstoße eindeutig gegen Rechtsnormen. Deshalb könne die GDL ihn nicht unterschreiben.

Bahn: Ohne Kooperation kein Tarifvertrag

Bahn-Personalvorstand Margret Suckale bekräftigte dagegen: "Der Lokführertarifvertrag mit seiner zweistelligen Lohnsteigerung ist ohne den von der GDL versprochenen Grundlagentarifvertrag und eine Kooperation der Gewerkschaften nicht zu haben." Dass der Vorvertrag erforderlich sei, hätten beide Tarifparteien am 30. Januar gemeinsam festgestellt. "Die GDL muss endlich Wort halten."

Über das weitere Vorgehen will die Gewerkschaftsspitze an diesem Dienstag in Frankfurt informieren. Bahn und GDL verhandelten über den fünften Entwurf eines so genannten Grundlagentarifvertrages. Auch dieser Entwurf sei nicht akzeptabel gewesen, betont eine GDL-Sprecherin. Das Papier schränkt demnach die Eigenständigkeit der GDL stark ein. (ml/dpa)

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