Tarifverhandlungen : Gespräche zwischen Bahn und Lokführer drohen zu scheitern

GDL-Chef Manfred Schell will ein Misslingen der Verhandlungen nicht mehr auschließen. Die Gespräche mit der Deutschen Bahn hätten keine wirkliche Annäherung gebracht.

Frankfurt/Main/BerlinDie Verhandlungen zwischen der Lokführergewerkschaft GDL und der Deutschen Bahn stehen vor dem Scheitern. "Das Angebot, das uns die DB heute vorgelegt hat, reicht nicht aus. Ein Scheitern der Tarifverhandlungen kann ich jetzt nicht mehr ausschließen", teilte der GDL-Bundesvorsitzende Manfred Schell am Abend nach der Tarifrunde mit.

Weder beim Entgelt noch bei der Arbeitszeit habe es eine Annäherung gegeben. Die Bahn lehne weiterhin die geforderte Reduzierung der Wochenarbeitszeit von 41 auf 40 Stunden ab. Über das weitere Vorgehen der Gewerkschaft sollen Hauptvorstand und Tarifkommission der GDL entscheiden. Beide Gremien kommen an diesem Sonntag (13. Januar) in Frankfurt/Main zusammen.

Die Deutsche Bahn dagegen hält eine Tarifeinigung mit der GDL weiterhin für erreichbar. Ein Bahnsprecher sagte, in den Verhandlungen seien zuletzt durchaus Annäherungen gefunden worden. In der Frage eines eigenständigen Tarifvertrags sei Einigung erzielt und so eine Hauptforderung der GDL erfüllt worden. Auch in der Frage der Entgeltstrukturen gebe es eine Verständigung. In punkto Entgelterhöhungen habe der Konzern zuletzt individuelle Einkommensverbesserungen zwischen 7 und 15 Prozent angeboten, die im Schnitt 11 Prozent ausmachten. "Auf dieser Basis können wir uns weiterhin eine Einigung vorstellen", so der Sprecher.  (mpr/dpa)

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