Tarifverhandlungen : IG Metall im Südwesten: acht Prozent mehr Lohn

Auch in Baden-Württemberg kämpft die IG-Metall jetzt für acht Prozent mehr Lohn. Bis Ende November soll eine Lösung gefunden werden. Ansonsten wird die Gewerkschaft den Konflikt verschärfen.

Sindelfingen Als letzter der sieben IG-Metall-Bezirke hat am Montag auch Baden-Württemberg für die höchste Lohnforderung in der Metall- und Elektroindustrie seit 16 Jahren plädiert. Die Große Tarifkommission habe für eine Forderung von acht Prozent mehr Lohn und Gehalt gestimmt, sagte Bezirksleiter Jörg Hofmann in Sindelfingen (Kreis Böblingen).

"Die Inflation frisst sich durch die Geldbeutel"

Eine Forderung in dieser Höhe wäre die höchste seit 1992, als die IG Metall 9,5 Prozent mehr Geld für die 3,6 Millionen Beschäftigten des größten deutschen Industriezweigs verlangte. "Die Inflation frisst sich durch die Geldbeutel der Beschäftigten. Die Lebenshaltungskosten für die Beschäftigten explodieren geradezu", sagte Hofmann. "Deshalb ist die Forderung in dieser Größenordnung auch gerechtfertigt." Die Industrie könne Entgeltsteigerungen in dieser Größernordnung gut verkraften.

Südwestmetall-Chef Stefan Roell wirft der IG Metall vor, "weit von der sich Tag für Tag verschlechternden ökonomischen Wirklichkeit entfernt" zu sein. "Das ist nicht nur widersinnig, das ist maßlos, das ist vor allem verantwortungslos gegenüber vielen Beschäftigten, deren Arbeitsplätze mit dieser überzogenen Tarifforderung gefährdet werden", teilte Roell in Stuttgart mit.

Die Gewerkschaft wird den Konflikt zuspitzen

Hofmann betonte, die Gewerkschaft strebe bis spätestens Ende des Jahres einen Abschluss an. "Es geht um eine Zahl und eine Zahl verträgt nicht allzu viele Verhandlungsrunden." Sollte es bis Anfang November kein Ergebnis geben, werde die Gewerkschaft den Konflikt schnell zuspitzen. "Dies kann als Ultima Ratio auch Urabstimmung und Arbeitskampf im November bedeuten." Die Friedenspflicht endet am 31. Oktober, danach kann die Gewerkschaft zu Warnstreiks aufrufen.

Südwestmetallchef Roell hatte bereits angekündigt, einen raschen Abschluss bis zum 12. Dezember anzustreben und bereits in der zweiten oder dritten Verhandlungsrunde ein Angebot vorzulegen. Die erste Verhandlung für die Branche im Südwesten mit mehr als 800.000 Beschäftigten ist für den 7. Oktober angesetzt. Bundesweiter Start ist mit der ersten Verhandlung am 2. Oktober in Darmstadt. Welcher der sieben Bezirke Pilotbezirk wird, ist noch offen. "Wir sind überall abschlussfähig", sagte Hofmann. (eb/dpa)

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