Tarifverhandlungen : Pendler müssen wieder bangen

Am Nachmittag läuft das Ultimatum der Lokführer aus - bis dahin hat die Deutsche Bahn Zeit, auf die Forderungen der Gewerkschaft der Lokführer mit einem neuen Angebot zu reagieren. Sollte dann kein Angebot vorliegen, stehen die Zeichen wieder auf Streik.

Frankfurt/BerlinDie Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat sich im Tarifkonflikt mit der Bahn neue Streiks in dieser Woche zunächst offen gehalten. Erst nach Ablauf einer Frist heute um 15 Uhr werde die Gewerkschaft ihr weiteres Vorgehen bekanntgeben, sagte eine Sprecherin.

Die Deutsche Bahn hatte mehrmals klargestellt, dass sie das von der GDL gestellte Ultimatum ignorieren und kein verbessertes Angebot vorlegen werde. "Die Hoffnung stirbt zuletzt", sagte dazu GDL-Sprecherin Gerda Seibert. "Der Bahn-Vorstand muss wissen, dass er damit neue Streiks provoziert." Die GDL darf bis auf weiteres nur den Nahverkehr bestreiken. Dies könnte sie von Dienstag an erneut tun.

Künftig Streiks auch im Güter- und Personenfernverkehr

An diesem Freitag wird dann das Sächsische Landesarbeitsgericht in Chemnitz darüber entscheiden, ob künftig auch Streiks der GDL im Güter- und Personenfernverkehr möglich sind. Um diese Frage geht es in einer Berufungsverhandlung. Sollte das Gericht die Streikmöglichkeiten der Gewerkschaft erweitern, könnte diese den Druck auf das Unternehmen erhöhen.

Die GDL fordert für Lokführer und Zugbegleiter einen eigenständigen Tarifvertrag mit Einkommenserhöhungen bis zu 31 Prozent. Die Bahn will der GDL zwar einen Tarifvertrag mit speziellen Regelungen für Entgelt und Arbeitszeiten der Lokführer einräumen. Dieser müsse sich aber widerspruchsfrei in das bestehende Tarifwerk für alle Bahnbeschäftigten einfügen, verlangt der Konzern. (mit dpa)
 

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