Wirtschaft : Tausende streiken in Niedersachsen

-

Hannover - In Niedersachsen haben am Mittwoch nach Gewerkschaftsangaben rund 10 000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes gestreikt und gegen Forderungen der Arbeitgeber nach längeren Arbeitszeiten protestiert. Schwerpunkt der Arbeitsniederlegung war nach Verdi-Angaben der Großraum Hannover, wo unter anderem Kindertagesstätten, Krankenhäuser und die Müllabfuhr bestreikt wurden. „Es ist Zeit dagegenzuhalten“, sagte Verdi-Chef Frank Bsirske auf einer Kundgebung in Hannover. Niedersachsen und Baden-Württemberg, wo bereits am Montag die Urabstimmung über einen unbefristeten Streik begonnen hat, seien die Vorreiter.

Ein Sprecher des Verdi-Bezirks Hannover sagte, nun werde es auch in Niedersachsen Urabstimmungen geben. „Wir sind jetzt in konkreten Vorbereitungen für einen Streik, der ab 13. Februar beginnen kann." Bsirske kritisierte die Haltung der Arbeitgeber bei Kommunen und Ländern. Die Gewerkschaft werde es nicht zulassen, dass die Arbeitgeber eine neue Politik des Diktats statt des Interessenausgleichs betrieben. Der Vorsitzende der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL), der niedersächsische Finanzminister Hartmut Möllring, stehe für „ein Konzept, das Kompromisse nicht mehr möglich macht“, sagte Bsirske.

Möllring hatte zuvor im „NDR“ gesagt, bei der Arbeitszeitverlängerung gehe es lediglich um 18 Minuten pro Tag. „18 Minuten am Tag ist zumutbar“, sagte Möllring. Zugleich räumte Möllring ein, dass es im öffentlichen Dienst zu einem Stellenabbau kommen könnte. Man werde nicht darum herumkommen, mit weniger Menschen die gleiche Leistung zu bringen, da in den Ländern jeder zweite Euro für Löhne und Gehälter ausgegeben werde.

Hintergrund des Streiks sind die Pläne mehrerer Länder und kommunaler Arbeitgeber, die Arbeitszeit der Beschäftigten von 38,5 auf 40 Stunden pro Woche zu verlängern. Berlin gehört der TdL nicht an. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar