Tausendundein DEAL (66) : Polizei im Sand

Tewe Pannier

Es ist einer der wirksamsten Reklame- sprüche: „Dubai ist die sicherste Stadt der Welt.“ Deswegen stattet der Scheich unsere Polizei auch gut aus. Gestern wieder sah ich zwei Autobahnpolizisten in militärisch grüner Uniform mit Sonnenbrillen in ihrer Jaguar-Limousine. Gerade als sie mich rechts überholten, wurde ich geblitzt – überhöhte Geschwindigkeit! Nun gibt es zwei Möglichkeiten zu bezahlen. Entweder gibt man im Internet sein Nummernschild ein, und schon taucht das Verkehrsstrafregister auf. Schnell online bezahlt – erledigt! Oder, zweitens, der Automat mit der Aufschrift „Regierungs-Dienstleistungen“ kurz vor dem Supermarkt im Einkaufscenter. Autonummer eingeben, Kreditkarte reinschieben, Ticket bezahlen und dabei Airline- Bonuspunkte sammeln!

An den Stränden sorgt Dubais Polizei in schweren Geländewagen von Toyota für Sicherheit. Unlängst blieb eine Beachstreife direkt vor einem Grand Hotel stecken, immer weiter wühlte sich der Fahrer mit allen vier Rädern in den tiefen Sand. Erst die Verstärkung, zwei Polizisten in einem identischen Geländewagen, schob die Kollegen Stoßstange an Stoßstange zurück auf den nassen Sand.

Überall in der Stadt plakatiert ist die Alarm-Hotline: Jedem, dem etwas Ungewöhnliches in seiner Nachbarschaft auffällt, soll da doch bitte mal kurz anrufen – schon kommt die Polizei! Neulich rief mein Freund Victor dort an, nachdem in seiner Mietswohnung vier Tage kein Wasser aus den Leitungen kam und keiner mehr half. Drei Stunden nach dem Besuch der Streife sprudelte es wieder.

„Wir haben die modernste Polizei der Welt“, verkündete die Polizeiführung vor ein paar Tagen. Bald schickt sie Schnellfahrern das Blitzerfoto per MMS aufs Handy. Mit Drücken weniger Tasten kann der Sünder gleich zahlen. Und, so die Polizeiführung, der Fuhrpark wird verstärkt. Die neuen Fahrzeuge seien „dynamisch und hervorragend gefertigt“. Das offizielle Foto zeigt all die neuen Streifenwagen im Halbkreis aufgestellt: 36 fabrikneue Mercedes-Limousinen, Modell C 280, alle schon lackiert in den Farben der Polizei von Dubai.

Der Autor (45) betreibt eine Medienfirma in Dubai und lebt abwechselnd dort und in Berlin

Tewe Pannier, ein Geschäftsmann

aus Berlin, erzählt von Arabien

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