Tausendundein DEAL (81) : Von Regeln und Menschen

Tewe Pannier

Das Abenteuer Leben begann für Fritz vorige Woche im American Hospital in Dubai. Im Foyer steht ein Schild mit Hausregeln. So dürfe „nur eine Portion pro Mahlzeit“ geliefert werden. Die Wöchnerin auf Zimmer 202 bekommt Platten mit Teigtaschen, Früchteteller, einen Berg Konfekt. Der Page der Klinik rollt das Essen mit zwei Servierwagen heran. Vor der Tür eine drei Meter hohe Traube aus rosa Luftballons. „It’s a girl!“ steht auf jedem. „Nie mehr als zwei Kinder pro Besuch“, heißt es. Mann, Vater, Oma, Tante, Cousins von der Inderin auf Zimmer 214 – alle haben haufenweise Kinder dabei! Sie drängen auf den Flur, plaudern, telefonieren vor Handyverbotsschildern, die junge Mutter längst im Tiefschlaf. „Nur kleine Blumensträuße“, heißt es und „Besuchzeiten: 10 bis 22 Uhr“. Um Mitternacht rauschen drei verschleierte Damen auf die Nummer 234 zu, dahinter der Page, auf dem Wagen ein Blumengesteck – anderthalb Meter hoch und ebenso breit. Fritz isst, schläft, isst. Papa besorgt noch was: Blumen und Ballons, blaue mit „It’s a boy!“.

Der Autor (46) betreibt eine Medienfirma in Dubai und lebt abwechselnd dort und in Berlin.

Tewe Pannier, ein Geschäftsmann aus Berlin, erzählt von Arabien

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