Tchibo-Mitbesitzer : Joachim Herz bei Badeunfall getötet

Tchibo-Großaktionär Joachim Herz ist tot. Der 67-Jährige sei bereits Ende Mai in den USA ums Leben gekommen. Was mit seinen Konzern-Anteilen geschieht, ist noch unklar.

HamburgJoachim Herz, einer der Mitbesitzer des Handels-und Kaffeekonzerns Tchibo, ist am vergangenen Samstag in den USA tödlich verunglückt. Der 67-Jährige erlag den Folgen eines Badeunfalls in Atlanta, wo er überwiegend lebte. Wie das "Hamburger Abendblatt" berichtet, sei Herz von einem Boot überfahren worden und in die Schiffsschraube geraten. Die Trauerfeier habe im engsten Familienkreis stattgefunden.

Jahrelanger Streit mit der Familie

Herz war eines von fünf Kindern des Tchibo-Gründers Max Herz und seiner Frau Ingeburg. Während sein Bruder Günter über Jahrzehnte erfolgreich den Tchibo-Konzern führte, ist über das Leben von Joachim Herz wenig bekannt. Er überwarf sich zunächst mit seinen Geschwistern Günter und Daniela, die 2003 gegen eine Abfindung von rund vier Milliarden Euro aus dem Tchibo-Konzern ausschieden.

Später geriet er auch in Konflikt mit seinen Brüdern Michael und Wolfgang, konnte aber wegen seiner Minderheitsposition keinen nennenswerten Einfluss auf das Unternehmen gewinnen. Michael und Wolfgang halten jeweils 35 Prozent der Anteile, Mutter Ingeburg 15 Prozent.

Joachim Herz gehörten 15 Prozent an der Holding Maxingvest, zu der neben Tchibo und auch die Mehrheit am Nivea-Konzern Beiersdorf gehören. Eine Einigung über den Verkauf seines 15-Prozent-Anteils an einen familienfremden Investor war vor kurzem gescheitert. Unklar blieb zunächst, ob die für 19. Juni geplante Hauptversammlung von Maxingvest wegen des Todesfalls verlegt wird. (sgo/dpa)

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