Wirtschaft : Teamarbeit soll 5000 Jobs schaffen - Neues Tarifmodell für die Produktion des Mini-Van geplant

Die IG Metall fordert geregelte Arbeitszeiten für das von Volkswagen geplante Job-Programm "5000 x 5000". Grundsätzlich aber bewerte die Gewerkschaft das Pilotprojekt "ausgesprochen positiv", sagte der Bezirksvorsitzende der IG Metall Hannover, Hartmut Meine, am Donnerstag in Hannover. Mit dem neuen Tarifmodell will Volkswagen in Deutschland ab 2001 insgesamt 5000 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Noch im Mai will sich die IG Metall mit Volkswagen an den Verhandlungstisch setzen.

Das Modell setzt auf eine neue Betriebsstruktur. So sollen etwa Angestellte und Arbeiter in einem Team gemeinsam arbeiten. "Dies ist eine zukunftsweisende Form der Industriearbeit", sagte Meine. Der bisherige Haustarifvertrag für die rund 100 000 Beschäftigten der Volkswagen AG in Westdeutschland könne auf diese neue Produktionsform nicht angewandt werden. Stattdessen müsse ein spezieller Rahmen-Tarifvertrag für die zusätzlichen Arbeitsplätze verhandelt werden.

Der entscheidende Punkt für die IG Metall ist die Arbeitszeit. Bislang arbeiten die Beschäftigten bei Volkswagen 28,8 Stunden. Nach dem neuen Modell soll sich die Arbeitszeit nach der Schnelligkeit der Teams und der aktuellen Auftragslage richten. Geplant sind flexible Arbeitszeiten an sechs Tagen. Unabhängig von der tatsächlich geleisteten Arbeitszeit sollen die Beschäftigten am Monatsende 5000 Mark in der Lohntüte haben. "Eine 48-Stunden-Woche wird es mit der IG Metall nicht geben", sagte Meine. "Wir werden darauf bestehen, dass die Arbeitszeit tariflich geregelt wird." Auch müsse sicher gestellt werden, dass der Leistungsdruck für die Beschäftigten zumutbar bleibt. Der geplante Monatslohn von 4500 Mark plus zwei Bonuszahlungen im Jahr dagegen sei für die IG Metall akzeptabel. Dies entspreche dem bisherigen Durchschnittslohn eines VW-Facharbeiters.

Volkswagen will mit dem auf drei Jahre angelegten Pilot-Projekt ab 2002 den geplanten Mini-Van fertigen. Ursprünglich sollte das neue Modell in Palmela in Portugal gebaut werden. Nach VW- Angaben sind dort die Produktionskosten um ein Viertel niedriger als in Wolfsburg. Durch das Pilot-Projekt hofft VW, das Auto in Wolfsburg und Hannover zu den gleichen Kosten wie in Portugal produzieren zu können.

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