Wirtschaft : Technik-Freak und SPD-Mitglied

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Gerd Tenzer ist bereits mehrmals als „Thronfolger“ von Telekom-Chef Ron Sommer ins Spiel gebracht worden. Als dienstältestes Mitglied sitzt der 58-Jährige seit zehn Jahren im Vorstand der Deutschen Telekom. Er gilt als „Technik-Freak“, der technische Abläufe bis ins kleinste Detail kennt. Insider gehen davon aus, dass Tenzer wegen seines Alters den Job an der Telekom-Spitze nur für eine Übergangszeit antreten würde. Der Diplom-Ingenieur selbst gibt sich offiziell bescheiden: Er sei eher ein Mann für die zweite Reihe. Wegen seiner integrativen Fähigkeiten gilt das SPD-Mitglied aber für viele Beschäftigte als eine ideale Alternative zum unnahbar wirkenden Sommer.

Tenzer verantwortet bisher die Bereiche Technik und Netze. In sein Aufgabengebiet gehören aber auch das Innovationsmanagement, der Einkauf und der Umweltschutz. Der 1943 in Baden-Baden geborene Tenzer studierte Nachrichtentechnik in Aachen. Seine berufliche Laufbahn begann im Ulmer Forschungsinstitut von AEG-Telefunken. 1970 wechselte er zur Bundespost und stieg dann im Bundespostministerium zum Leiter des Referats für Fernmeldepolitik auf. 1990 wurde er Mitglied im Vorstand der Deutschen Bundespost Telekom, aus der später die Deutsche Telekom AG hervorging. 2001 übernahm Tenzer den Vorsitz des Verbands der Elektrotechnik.

Siemens-Chef Heinrich von Pierer nannte Tenzer in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters „eine gute Wahl". Er habe sich großen Respekt bei Lieferanten, Partnern und in der gesamten Telekom-Branche erworben. Von Pierer sagte, er kenne Tenzer als „harten Verhandlungspartner". Bei der Telekom sei er das „technologische Gewissen“ und habe frühzeitig auf technologische Innovationen gesetzt. Für die Finanzmärkte sei es „nicht unwichtig, ob der Vorstandschef der Telekom technologisch auf der Höhe ist".

Der SPD-Medienpolitiker Peter Glotz, der mehrere Jahre im Telekom-Aufsichtsrat saß, sagte der „Bild am Sonntag“ zu Tenzer: „Er ist ein sehr qualifizierter Mann, der das Unternehmen bestens kennt.“ Tsp

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