Technikkonferenz D10 : Apple-Chef Cook nennt Patent-Krieg "fürchterlich nervig"

Auf der Technikkonferenz D10 gibt Apple-Chef Tim Cook eines seiner seltenen Interviews. Er redet viel über die Konkurrenz - und ein bisschen über Neues aus seinem Haus.

Gibt sich gern schweigsam und geheimnisvoll: Tim Cook.
Gibt sich gern schweigsam und geheimnisvoll: Tim Cook.Foto: Reuters

Die Patent-Klagewelle in der IT-Industrie schadet nach den Worten von Apple-Chef Tim Cook der gesamten Branche. Die gegenseitigen Klagen seien „fürchterlich nervig“, sagte er in seinem ersten großen Interview seit Amtsantritt im vergangenen Jahr auf der Konferenz D10 im kalifornischen Rancho Palos Verdes.

Dennoch verteidigte der Nachfolger des verstorbenen Unternehmensgründers Steve Jobs Apples eigene Klagen. „Aus unserer Sicht ist es wichtig, dass Apple nicht der Entwickler für die ganze Welt ist“, sagte Cook. Jobs war derjenige gewesen, der das rechtliche Gezerre um Design und Patente erst begonnen hatte.

„Was wir wollen ist, dass die anderen ihre eigenen Sachen erfinden“, sagte Cook und betonte zugleich, dass die meisten Klagen gegen Apple auf Basis grundlegender Standardpatente wie dem Mobilfunkstandard UMTS basierten. „Das ist der Punkt, an dem das Patent-System heute kaputt ist“, sagte der Konzernchef. Apple selbst habe niemanden wegen der Nutzung solcher Standards verklagt.

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16.03.2012 09:14Ja ist denn heute schon Weihnachten? Fast, das neue iPad hatte Verkaufsstart und das freute die Japaner besonders.

Seit zwei Jahren tobt in der Branche ein heftiger Konkurrenzkampf, der zunehmend vor Gericht ausgefochten wird. So streiten sich etwa Apple und Samsung sowie Facebook und Yahoo um die Rechte an zahlreichen Erfindungen.

Die vielen Klagen bremsten die Innovation. „Aber wir werden nicht unsere ganze Energie in ein Bild stecken und dann zulassen, dass jemand anders seinen Namen draufschreibt“, sagte Cook.

Den gegen Apple klagenden Konkurrenten wie Motorola oder Samsung warf Cook vor, dafür auf Patente zu setzen, ohne die grundlegende Standards nicht umgesetzt werden können. Das sei falsch, weil diese Patente eigentlich fair und ohne Diskriminierung für eine Lizenzierung zur Verfügung gestellt werden müssten.

Apple habe bei seinen Klagen nie solche Standard-Patente verwendet. „Wenn man alles addiert, was für Standard-Patente gefordert wird, könnte niemand in der Mobilfunk-Branche arbeiten.“

Weiterhin deutete Cook eine engere Zusammenarbeit mit dem Online-Netzwerk Facebook an. „Ich denke, wir können mehr zusammen machen“, sagte er. So sei eine tiefere Integration von Facebook in das iOS-System der iPhone und iPads möglich.

Apple selbst verfügt nicht über ein schlagkräftige Konkurrenz zu Facebook oder Google+. Die Zukunft des konzerneigenen Soziales Netzwerks Ping ließ Cook offen.

Allen Fragen nach dem nächsten iPhone oder einem möglichen Apple-Fernseher, über den seit Monaten heftig spekuliert wird, wich er konsequent aus. „Das ist eine großartige Frage. Ich werde sie nicht beantworten.“ Stattdessen versprach er lediglich wie üblich „unglaubliche“ neue Produkte. (dpa/dapd)

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