Technologiekonzern : Siemens entlässt Personalchefin Ederer

Siemens kommt nicht zur Ruhe. Nach dem Abgang von Firmenchef Peter Löscher auch Personalchefin Brigitte Ederer ihren Posten räumen.

Brigitte Ederer
Brigitte EdererFoto: dpa

Siemens trennt sich von seiner Personalchefin Brigitte Ederer. Die Österreicherin werde ihren Posten in gegenseitigem Einvernehmen Ende September räumen, teilte Siemens am Mittwoch nach einer Aufsichtsratssitzung mit. Ihre Aufgaben übernehme Technologie-Vorstand Klaus Helmrich.

Das Verhältnis der Österreicherin zu den Arbeitnehmervertretern sei gestört, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen. Aus dem Umfeld des Aufsichtsrats hieß es, die Zusammenarbeit zwischen der früheren sozialdemokratischen Politikerin und den Belegschaftsvertretern sei nicht rund gelaufen. “Das Verhältnis war nicht gut, aber auch nicht so spektakulär schlecht wie getan wird“, sagte ein Kenner. Die Aufsichtsräte der Kapitalseite hätten es dennoch als heikle Sache betrachtet.

Auch der neue Vorstandschef Joe Kaeser spiele dabei eine Rolle. “Kaeser weiß so etwas natürlich“, deutete der Insider an. Auch die “Süddeutsche Zeitung“ berichtete über Spannungen zwischen Ederer und Adler.

Die einstige SPÖ-Politikerin Ederer war auf Betreiben ihres österreichischen Landsmanns Löscher in die Siemens-Spitze gekommen. Ihr Vertrag läuft regulär noch bis 2015. Ihren Posten als Arbeitsdirektor soll Technologievorstand Klaus Helmrich zusätzlich übernehmen, heißt es im Unternehmen.

Keine Frau mehr im Vorstand

Siemens-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme hatte vor der vergangenen Hauptversammlung angekündigt, über mittlere Frist den Vorstand zu verkleinern. Mit den Abgängen von Ederer und Einkaufschefin Barbara Kux im Herbst fallen zwei Spitzenpositionen weg - und Siemens hat dann keine Frau mehr im Vorstand. Konzernchef Löscher war nach einer langen Reihe von Misserfolgen am 1. August durch Finanzvorstand Kaeser ersetzt worden.
Der Siemens-Aufsichtsrat befasst sich auf seiner Sitzung am Mittwoch in Berlin noch mit weiteren Personalien.

Zum einen soll ein neuer Finanzvorstand berufen werden. Als Kandidaten für die Nachfolge Kaesers auf der Stelle sind die beiden Sektor-CFOs Michael Sen und Ralf Thomas im Rennen. Zum anderen sollen die Aufseher den scheidenden SAP -Co-Chef Jim Hagemann Snabe Kreisen zufolge zum Nachfolger von Josef Ackermann in ihren eigenen Reihen küren, der im Streit mit Cromme den Aufsichtsrat verlässt. Der frühere Deutsche-Bank-Chef werde schriftlich in Abwesenheit als Grund für seinen Rücktritt “Diskrepanzen in Stil- und Fairnessfragen“ angeben, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. (rtr)

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