• Teilerfolg für Kirch im Rechtsstreit gegen die Deutsche Bank Zukunft des Kirch-Anteils an Springer bleibt weiter offen

Wirtschaft : Teilerfolg für Kirch im Rechtsstreit gegen die Deutsche Bank Zukunft des Kirch-Anteils an Springer bleibt weiter offen

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München (dpa). Im Streit mit der Deutschen Bank hat Leo Kirch am Donnerstag vor dem Landgericht München einen Etappensieg errungen. Nach einer gut vierstündigen Verhandlung einigten sich die Verteidiger Kirchs mit der Deutschen Bank auf einen Vergleich. Demnach darf die Deutsche Bank frühestens am 30. August über die 40-prozentige Beteiligung der Kirch-Gruppe am Axel Springer Verlag verfügen. Kirch hatte den Erlass einer Einstweiligen Verfügung beantragt und wollte damit ursprünglich erreichen, dass die Bank frühestens am 11. September von ihrem Pfandrecht an dem Springer-Paket Gebrauch machen kann. Dass der Termin in dem Vergleich nunmehr nahe an diesem angestrebten Termin liegt, werteten die Anwälte Kirchs als großen Erfolg. „Dass die Deutsche Bank sich darauf eingelassen hat, spricht für sich“, sagte Franz Enderle, einer von drei Kirch-Verteidigern.

Die Kirch-Gruppe hat die Möglichkeit, bis dahin über das Paket zu verfügen und ihren Kredit bei der Deutschen Bank in Höhe von 720 Millionen Euro zu tilgen. Falls dies nicht gelingt, fällt das Paket wieder der Deutschen Bank zu. Nach Einschätzung der Anwälte der Deutschen Bank wird Kirch versuchen, dass Paket nun zu einem höheren Preis zu verkaufen und den Kredit zu tilgen. Im Gegenzug verpflichtete sich Kirch, die Pfandrechte der Deutschen Bank an dem Springer-Paket nicht in Frage zu stellen und die Bank bei einer möglichen Verwertung nach dem 30. August nicht zu behindern. „Wir haben den großen Vorteil, dass wir jetzt wissen, dass keine Behinderung erfolgen wird“, sagte ein Rechtsanwalt der Deutschen Bank.

Die Deutsche Bank wollte das Paket ursprünglich an die Börse bringen. Bei den Vorbereitungen dafür war sie trotz des Rechtsstreits einen wichtigen Schritt voran gekommen. Nach wochenlangen Verhandlungen stimmten die drei Banken, die Kirchs Formel-1-Einstieg finanziert hatten, den Börsen-Plänen der Deutschen Bank zu. Kirch wirft der Deutschen Bank unter anderem Aussagen ihres früheren Vorstandschefs Rolf Breuer über die Kreditwürdigkeit Kirchs vor. Mit diesen Aussagen habe die Bank die Insolvenz Kirchs ausgelöst, um letztlich selbst davon zu profitieren. Leo Kirch hat außerdem Strafanzeige gegen Breuer gestellt und fordert zudem Schadenersatz.

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