Wirtschaft : Teldafax: Der Telefonanbieter fliegt raus

Die Deutsche Börse macht mit einem harten Vorgehen gegen Regelverstöße ernst: Sie kündigte am Donnerstag an, den insolventen Telefonanbieter Teldafax ab dem 1. September vom Handel auszuschließen. Die Marburger Firma habe den Jahresabschluss und den Lagebericht für das Geschäftsjahr 2000 sowie den Quartalsbericht für das erste Quartal 2001 trotz mehrfacher Mahnung nicht vorgelegt. Damit habe Teldafax gegen das Regelwerk des Neuen Marktes verstoßen. Eine automatische Übernahme in den geregelten Markt werde es nicht geben, betonte die Börse. Dazu sei ein neuer Antrag zur Handelsaufnahme nötig. Die ohnehin nur mit 14 Cent (27 Pfennig) in den Tag gestartete Teldafax-Aktie erfuhr nach der Meldung dramatische Kursschwankungen.

Teldafax ist damit das zweite Unternehmen, das vom Neuen Markt ausgeschlossen wird. Zuvor musste bereits der Telekom- und Internetanbieter Gigabell das Börsensegment verlassen, der im vergangenen September pleite gegangen war. Der Ausschluss von Teldafax ist noch keine Folge der jüngst erfolgten Verschärfung der Regeln des Neuen Marktes, wie ein Börsensprecher betonte. "Die Regeln für Quartalsberichte galten schon vorher."

Die Deutsche Börse hatte vor zwei Wochen weitere Ausschlussmöglichkeiten für Unternehmen in das Regelwerk des Neuen Marktes eingebaut. Damit soll das erschütterte Vertrauen der Anleger in das Marktsegment wiederhergestellt werden. Der Ausschluss droht so genannten Penny Stocks - also Aktien, deren Wert unter einem Euro notiert - und Unternehmen, die sich im Insolvenzverfahren befinden. Mit dem Ausschluss von Teldafax wegen Nichtvorlage des Quartalsberichtes gab die Börse auch ein deutliches Signal an den Sportwagenhersteller Porsche. Das im M-Dax notierte Unternehmen weigert sich bislang, Quartalsberichte vorzulegen.

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