Wirtschaft : Telecolumbus geht an die Deutsche Bank

DÜSSELDORF/BERLIN (sil/kr/HB).Für knapp 1,5 Mrd.DM hat DB Investor, die Beteiligungsholding der Deutschen Bank, das TV-Kabelunternehmen Telecolumbus gekauft.Bisherige Eigentümer sind die Energiekonzerne Veba und RWE, die nach Angaben der Veba von gestern bei der Veräußerung eine beträchtliche Wertsteigerung realisierten.Telecolumbus ist mit 1,7 Mill.Kunden der zweitgrößte deutsche Kabelnetzbetreiber nach der Deutschen Telekom, an deren Kabelnetz fast 18 Mill.Kunden angeschlossen sind.

Noch im April hatte die Deutsche Bank einen Artikel des Nachrichtenmagazins "Spiegel" dementiert, in dem von einem Interesse am Kabelnetz von Telecolumbus die Rede war.Gestern erklärte ein Sprecher der Deutschen Bank auf Anfrage, daß sich das Institut in drei bis fünf Jahren wieder von der Beteiligung trennen werde.Die Bank sehe ihre Rolle als die eines Investors, im Kabelgeschäft werde man nicht tätig werden.Vor dem Hintergrund der bevorstehenden Neuordnung des Kabelnetzes in Deutschland wolle die Deutsche Bank mit strategischen Investoren ein Konsortium bilden.

Wie Veba in Düsseldorf weiter mitteilte, wollen sich die Energieversorger nach der Trennung von Telecolumbus noch stärker auf ihre Kerngeschäfte konzentrieren.So wolle sich Veba nun vor allem das Mobilfunk-Geschäft über den Anbieter E-Plus vorantreiben.Erst vor wenigen Wochen hatten sich Veba und RWE von der Festnetzgesellschaft Otelo getrennt und sie an den Wettbewerber Mannesmann Arcor verkauft.

Telecolumbus, Hannover, erzielte im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von rund 330 Mill.DM ein positives operatives Ergebnis.Das Unternehmen beschäftigt 470 Mitarbeiter, die vom neuen Eigentümer übernommen werden sollen, hieß es in Düsseldorf.Die Deutsche Bank hatte sich mit ihrem Angebot vier weitere Interessenten durchgesetzt, auch die Kabelgesellschaft Primacom, Eschborn, die britische NTL, die amerikanische UPC und die Schleswiger Telefongesellschaft Mobilcom hatten Angebote für Telecolumbus eingereicht.Die Kabelnetze sind deshalb so attraktiv, weil nach einer Aufrüstung der Kopfstationen auch breitbandige Multimedia-Anwendungen über die TV-Kabelnetze verschickt werden können.So kann ein preiswerter und schneller Zugang zum Internet gewährleistet werden, auch Inhalteanbieter wie Microsoft sind an den Kabelnetzen interessiert.

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