Wirtschaft : Telecom-Olivetti gefährdet Arbeitsplätze

MAILAND .Die geplante Übernahme von Telecom Italia durch Olivetti könnte nach Befürchtungen von Gewerkschaftsvertretern beider Unternehmen 45 000 Arbeitsplätze kosten.Das erklärte Laura Spezia, Gewerkschaftssekretärin der Federazione Italiana Organizzazione Metalmeccanica (FIOM) in Ivrea am Dienstag."Niemand garantiert uns, daß nach einem Verkauf von Omnitel und Infostrada an die deutsche Mannesmann AG die Arbeitsplätze in der Provinz Turin/Piemont erhalten bleiben", sagte Spezia."Die Zentren der Omnitel-Aktivität befinden sich heute in Mailand und Rom.Um die Erhaltung der Arbeitsplätze im Piemont haben die Gewerkschaften mit Olivetti hart gerungen", erklärte Spezia."Wir fürchten, das die erkämpften Zugeständnisse nach einem Verkauf an die Deutschen keine Gültigkeit mehr haben." Seit 1990 habe Olivetti in der Region bereits 9000 Arbeitsplätze abgebaut.Neue Beschäftigungsmöglichkeiten für junge Leute seien allein in den Call-Centern von Omnitel und Infostrada entstanden, auch wenn es sich dabei überwiegend um unqualifizierte und ungesicherte Beschäftigungsverhältnisse handele.

Der angekündigte Verkauf der Telecom Italia-Töchter Italtel, Sirti und Finsiel (Informatik) zur Finanzierung der Übernahme läßt auch die Beschäftigten dieser Unternehmen um ihre Stellen fürchten."Ein Verkauf von Finsiel an IBM, EDS oder die deutsche Debis würde die Arbeitsplätze der 10 000 Beschäftigten bedrohen", sagte der FIOM Generalsekretär Maurizio Marcelli.Auch unter dem jetzigen Telecom-Chef Franco Bernabe müssen die Finsiel-Beschäftigten mit dem Verkauf ihres Unternehmens rechnen."Wenn Telecom Italia von Olivetti übernommen wird, muß der Verkauf jedoch viel schneller erfolgen, weil Olivetti-Chef Roberto Colaninno Kasse machen muß, um den Schuldenberg abzutragen", sagte Marcelli.

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