Wirtschaft : Telefon-Gigant Ericsson streicht weltweit 11 000 Stellen

STOCKHOLM/DÜSSELDORF (AP/AFP).Der drittgrößte Mobiltelefonhersteller der Welt, die schwedische Firma Ericsson, streicht in den kommenden zwei Jahren weltweit mehr als 11 000 Stellen.Damit entfällt rund jeder zehnte Arbeitsplatz im Unternehmen.Auch in Deutschland sind Arbeitsplätze der rund 2000 hiesigen Mitarbeiter gefährdet.Als Grund für die massiven Stellenstreichungen nannte Vorstandschef Sven-Christer Nilsson am Montag in Stockholm den rasanten technologischen Wandel.Ericsson hatte im Herbst bereits schwache Verkaufserlöse beklagt.Der Umbau soll Ericsson jährlich drei Mrd.schwedische Kronen (rund 651 Mill.DM) an Einsparungen bringen.Nach der Bekanntgabe des Plans legte die Ericsson-Aktie an der Börse in Stockholm leicht zu.Als Beispiel für den technischen Fortschritt nannte Ericsson Vorhaben, die früher zwölf Wochen gedauert hätten und inzwischen mit der halben Mitarbeiterzahl innerhalb einer Woche abgeschlossen werden könnten.

Der Geschäftsführer von Ericsson in Deutschland erklärte in Düsseldorf, auch in Deutschland seien ein geringer Prozentsatz der Mitarbeiter von den Plänen betroffen.Der Handyriese werde aber versuchen, die Beschäftigten an anderen Arbeitsplätzen unterzubringen, und habe frühzeitig Umschulungen in die Wege geleitet.Das Unternehmen wollte allerdings auch auf Nachfrage keine Angaben über die Zahl der betroffenen Mitarbeiter machen.Ericsson machte im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben in der Bundesrepublik einen Umsatz von 1,345 Mrd.DM.

Das schwedische Unternehmen hatte wie auch die Konkurrenten Nokia und Motorola in den vergangenen Monaten die Asienkrise deutlich zu spüren bekommen.Ericsson warnte bereits seine Aktionäre, daß sich der Gewinn für das vierte Quartal des leufenden Geschäftsjahres wahrscheinlich nicht so gut wie erwartet entwickelt habe.Für den erst seit wenigen Monaten amtierenden Ericsson-Chef bedeutet dies einen schweren Start.Analysten sahen die Schwierigkeiten des Unternehmens allerdings nicht in der Lage der Weltmärkte begründet, sondern machten interne Fehler verantwortlich.

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