Wirtschaft : Telefonfirma Mobilcom unter Betrugsverdacht

HAMBURG (lip/HB). Klaus Britting, ehemaliger Vertreter im Geschäftskundenbereich bei der Büdelsdorfer Mobilcom AG, ist über die dubiosen Vertriebsmethoden der Telefongesellschaft empört: "Mobilcom bereichert sich auf Kosten ihres Außendienstes. Dies hat bei der Telefongesellschaft System", schimpft er. Der mittlerweile als Vertreter für das Marburger Konkurrenzunternehmen Teldafax tätige Britting hat bei der Staatswaltschaft in Flensburg gegen die Mobilcom Communications GmbH (MCC), Büdelsdorf, Strafanzeige wegen des Verdachts auf Betrug gestellt.Der Hintergrund: Bodo Schmid, Vertriebs- und Gebietsleiter Norddeutschland bei der Mobilcom AG und Sohn des Firmengründers Gerhard Schmid, köderte 1998 neue Mitarbeiter damit, daß die MCC über ein Callcenter dem Außendienstmitarbeiter monatlich rund 100 Besuchstermine bei potentiellen Telefonkunden verschaffe, die mindestens für 500 DM im Monat telefonierten. Doch laut Britting, der für den Raum rund um Schleswig zuständig war, sah die Realität anders aus: So wurden allein für dieses Gebiet rund neun Vertreter beschäftigt. Doch in diesem Raum gebe es maximal 700 Firmen, die über eine Telefonrechung von mehr als 500 DM verfügten.Der Außendienst erhielt hier von Mobilcom für jeden Vertrag eine Sofortprovision von inzwischen 27 (20) Prozent und eine Folgeprovision, die auf vier Jahre limitiert ist. Die Sofortprovision deckt laut Britting kaum die Reisekosten. Die Folgeprovision, die im vierten Jahr auf 0,9 Prozent vom Umsatz schrumpft, reiche für die Existenzsicherung des Vertreters nicht aus. Da das Call-Center zudem die zugesicherten Gesprächstermine nicht eingehalten habe, ist der Außendienstmitarbeiter bereits nach kurzer Zeit arbeitslos. Bei Teldafax sowie anderen Telefonbetrieben werde der Außendienst nach Angaben von Britting branchenüblich entlohnt: Hier werde eine Sofortprovision von 30 und eine zeitlich unbegrenzte Folgeprovision von sechs Prozent gezahlt.

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