Wirtschaft : Telefonmarkt: Keine Regulierung nötig

Ulrich Hottelet

Zu einem Plädoyer für die freie Marktwirtschaft und gegen staatliche Regulierungen geriet die Podiumsdiskussion mit dem Leiter des Internationalen Büros der Federal Communications Commission (FCC) in Washington, Donald Abelson, und dem Internet-Sprecher der CDU, Thomas Heilmann, im Amerikahaus am Freitagnachmittag. Besonders Abelson als Vertreter der US-Regulierungsbehörde für Telekommunikation, der ältesten Institution dieser Art weltweit, sprach sich in einer Reihe von aktuellen Fragen gegen staatliche Einmischung in der Branche aus. So bezeichnete er die von der FCC einstimmig beschlossene Genehmigung der Übernahme des US-Mobilfunkunternehmens Voicestream durch die Deutsche Telekom als positiven Präzedenzfall in den USA. Im Gegensatz zu Ländern wie Frankreich, Italien, Spanien und Singapur verfolgten die Amerikaner eine Politik, die es ausländischen Unternehmen ermögliche, einheimische Firmen aufzukaufen. "Ich hoffe, andere Staaten folgen unserem Beispiel. Wir haben hierbei erst den Anfang gesehen", meinte Abelson. Auch bei UMTS setzt man in Übersee auf das freie Spiel der Kräfte. "Wir fördern keine spezielle Technologie. Wenn der Markt den Wechsel von Mobilfunkgeräten der zweiten Generation zu denen der dritten Generation nicht wünscht, haben wir kein Problem damit", sagte der FCC-Vertreter.

Keine Standards setzen

Auch im Setzen technischer Standards will man sich in Washington grundsätzlich zurückhalten. Als Ausnahme nannte Abelson das Digital-TV. Nachdem die beteiligten Unternehmen sich auf keinen gemeinsamen Standard einigen könnten, habe sich der Staat das Ziel gesetzt, bis 2006 einen einheitlichen Standard mit der Industrie zu erarbeiten. Thomas Heilmann von der CDU äußerte sich sehr skeptisch zu Geschäftsmodellen mit Internet-Inhalten: "Man kann nicht darauf hoffen, dass sich fest verankerte Einstellungen bei den Konsumenten ändern. Wenn die Nutzer einen bestimmten Service lange genug umsonst haben konnten, dann sind sie nicht dazu bereit, plötzlich etwas dafür zu bezahlen, solange es nur einen einzigen Anbieter gibt, der den Dienst weiterhin gratis bietet." Abelson stimmte dieser These zu, verwies aber auf die Chance, durch mehr Qualität und besseren Service den Konsumenten dazu zu bringen, für ein Angebot zu bezahlen. Als Beispiel nannte er eine schnellere und komfortablere Übertragungstechnik im Internet.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben