Wirtschaft : Telekom: Analysten erwarten Verlust

Die Geschäftszahlen der Deutschen Telekom für das erste Quartal 2001 werden Analysten zufolge den Beginn einer Trendwende zu besseren Unternehmensergebnissen markieren. Die Telekom will die Bilanz am Dienstag vorlegen. Zwar rechnen die befragten Analysten im Durchschnitt mit einem Konzernverlust, erwarten aber, dass das Ergebnis im Geschäftsjahr vor allem durch bessere Aussichten in der Mobilfunk- und der Festnetz-Sparte im Jahresverlauf deutlich steigen wird. Als Quartalsumsatz wird die Telekom im Durchschnitt der Analystenprognosen knapp elf Milliarden Euro (plus 13 Prozent) ausweisen.

Die Gewinnschätzungen der Analysten für das erste Quartal gehen deutlich auseinander und liegen im Durchschnitt bei minus 125 Millionen Euro. Einig sind sich die Analysten darin, dass die Telekom die Phase sinkender Gewinne im Jahresverlauf hinter sich lassen wird. "Das Schlimmste hat die Telekom bei der Festnetzkommunikation hinter sich", sagte Vereins- und Westbank-Analyst Nils Machemehl. Die Telekom sei weniger anfällig für Preissenkungen, da sie einen großen Teil der Umsätze aus festen Nutzungsgebühren ziehe. Bei den Preisen sei zudem mit einer Bodenbildung zu rechnen. "Auch beim Mobilfunk rechne ich bereits im ersten Quartal mit einer Margenverbesserung." Machemehl verwies auf die zuletzt gestiegenen Preise für Handys mit im voraus bezahlten Telefonkarten und das sich abschwächende Kundenwachstum. Beides dürfte im ersten Quartal dazu geführt haben, dass die Kosten für die Kundengewinnung gesunken sind. Neue Kunden werden derzeit noch bezuschusst, da sie Handys mit einem Preisabschlag erhalten. Hingegen rechnet Christoph Vogt, Analyst bei MM Warburg, erst für das zweite Quartal damit, dass die Gewinnmargen wieder deutlich ansteigen werden.

Für 2000 erwartet Analyst Machemehl die Zahlung einer konstanten Dividende von 0,62 Euro je Aktie. Als Eckdaten für 2000 hatte die Telekom bereits einen Umsatz von 40,9 Milliarden Euro (Vorjahr 35,5 Milliarden Euro) genannt. Der Konzernüberschuss war ursprünglich mit 7,4 Milliarden Euro angegeben worden. Eine milliardenschwere Sonderabschreibung auf das Immobilien-Vermögen drückte den Konzernerlös für 2000 auf 5,9 Milliarden Euro. 1999 hatte die Telekom auf vergleichbarer Basis einen Überschuss von 1,25 Milliarden Euro erzielt.

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