Wirtschaft : Telekom arbeitet an einer neuen Tarifstruktur Erhöhung der Grundgebühr

als Spekulation zurückgewiesen

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Berlin (Tsp). Die Deutsche Telekom hat einem Bericht widersprochen, wonach sie die Preise für einen Telefonanschluss ab Januar 2004 um zehn Prozent erhöhen will. „Richtig ist, dass wir von der EUKommission angehalten sind, Änderungen am Preissystem vorzunehmen“, sagte ein Sprecher der Telekom. „Es ist aber noch keine Entscheidung darüber gefallen, wie das geschehen soll.“

Vor einer Woche hatte die EU eine Geldbuße in Höhe von 12,6 Millionen Euro gegen die Telekom verhängt. Der Vorwurf: Sie behindere den Wettbewerb im Ortsnetz. Die Preise, die die Telekom von ihren Wettbewerbern für die Miete eines Telefonanschlusses verlange, seien zu hoch – im Vergleich zu dem, was die Telekom von ihren eigenen Endkunden verlange. Innerhalb der kommenden zwei Monate muss die Telekom der EU-Kommission daher einen Plan vorlegen, wie sie ihre Tarife im Ortsnetz ändern will. Eine Erhöhung der Anschlussgebühren für die Verbraucher wäre natürlich eine Lösung. Doch dafür – wie für jede Preisänderung – braucht die Telekom die Genehmigung der deutschen Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post in Bonn.

Die „Wirtschaftswoche“ berichtet nun in ihrer aktuellen Ausgabe, die Telekom wolle die Monatsgebühr für den analogen Anschluss von derzeit 13,72 Euro auf knapp über 15 Euro zu erhöhen. Der Optionstarif T-Net-100 solle von 16,99 Euro auf rund 18,50 Euro steigen. Der höheren Grundgebühr stelle die Telekom in ihrem Tarifkonzept deutlich niedrigere Orts- und Ferntarife gegenüber. Das gehe aus einer Stellungnahme der Telekom zum neuen Preisfestsetzungsverfahren der Regulierungsbehörde hervor. „Diese Zahlen sind Quatsch“, sagte ein Sprecher der Telekom dem Tagesspiegel.

Nach Auskunft eines Sprechers der Regulierungsbehörde gibt es die Stellungnahme der Telekom, sie enthalte aber keine Preisangaben. „Mir sind die genannten Zahlen nicht bekannt“, sagte der Sprecher. „Wenn sich an dem bestehenden Preisfindungsverfahren nichts ändert, hat die Telekom bis Ende 2004 ihren Spielraum für Preiserhöhungen ausgeschöpft“, sagte der Behördensprecher.

Allerdings überlegt die Behörde derzeit, ob das Verfahren geändert werden soll und holt dazu auch Stellungnahmen von den Telekom-Konkurrenten ein. Sollte das Preisfindungsverfahren tatsächlich geändert werden – wie es auch die EU wünscht – wäre eine Erhöhung der Grundgebühr dann nicht mehr ausgeschlossen.

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