Wirtschaft : Telekom: Auch der Bund leidet unter der Schwäche der T-Aktie

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Nicht nur die Kleinaktionäre sitzen Telekom-Chef Ron Sommer im Nacken. Auch Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) sähe es gerne, ginge es mit dem Kurs der T-Aktie recht bald wieder aufwärts. Denn der Bund hält noch immer rund 43 Prozent der Anteile an der Deutschen Telekom. Weitere 17 Prozent liegen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), und 40 Prozent sind im Streubesitz. Mehr als 136 Milliarden Euro wäre der Bundesanteil theoretisch wert gewesen, hätte sich der Staat im Frühjahr 2000 von dem Aktienpaket getrennt. Damals boomte die Börse, und der Kurs hatte sein Allzeithoch von 104,6 Euro erreicht. Heute, nach dem Absturz, ist der Anteil mit 33 Milliarden Euro nur noch einen Bruchteil dessen wert. Eine weitere Telekom-Privatisierung liegt deshalb momentan auf Eis.

Zwar will sich der Bund eines Tages vollständig von seinen Anteilen trennen. "Angesichts der gegenwärtigen Marktlage" denke man aber derzeit nicht daran, sagte ein Sprecher Eichels dem Tagesspiegel. Unter Zeitdruck stehe man nicht. Auch auf einen Mindestwert, den die T-Aktie erreichen müsse, habe sich die Regierung nicht festgelegt, hieß es aus dem Finanzministerium. Ohnehin gehe es bei der Telekom-Privatisierung nicht allein um möglichst hohe Einnahmen für den Staat. Auch eine Abstimmung mit der Politik des Telekom-Vorstands sei wichtig. Auf einen Schlag will der Bund seine Anteile nicht verkaufen - würden derart viele Aktien plötzlich an die Börse gebracht, bräche der Kurs weiter ein. Vielmehr soll es zwei Tranchen geben, hieß es aus dem Ministerium.

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