Wirtschaft : Telekom behält beim iPhone recht

Das Apple-Handy darf mit Netzsperre verkauft werden, entscheidet das Landgericht Hamburg

Corinna Visser

Berlin - Im Streit um den exklusiven Vertrieb des Design-Handys iPhone hat sich die Deutsche Telekom durchgesetzt. Die Mobilfunktochter T-Mobile darf das Multimedia-Handy von Apple nun doch mit einem Zweijahresvertrag und einer technischen Sperre anbieten, so dass das iPhone in anderen Netzen nicht funktioniert. Das entschied das Landgericht Hamburg am Dienstag. Damit hob das Gericht die einstweilige Verfügung vom 12. November wieder auf, die der Konkurrent Vodafone erwirkt hatte.

Die Zivilkammer sah nach der mündlichen Verhandlung vom 29. November keinen Verstoß mehr gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb oder gegen das Kartellrecht. Auskünfte zu den Urteilsgründen will das Gericht erst in den kommenden Tagen schriftlich geben. Vodafone kann gegen das Urteil Berufung beim Hanseatischen Oberlandesgericht einlegen.

Das iPhone von Apple wird seit Anfang November in Deutschland vertrieben. Zunächst verkaufte T-Mobile das Multimedia-Handy zum Preis von 399 Euro nur zusammen mit einem Zweijahresvertrag, der monatlich noch einmal mindestens 49 Euro kostete. Nach der einstweiligen Verfügung musste T-Mobile das iPhone auch ohne Netzsperre und Vertrag verkaufen. Für das Einzelgerät verlangte T-Mobile 999 Euro.

Für die deutsche Mobilfunkbranche war das von Apple eingeführte Vertriebsmodell neu. Bisher subventionieren die Netzbetreiber die Geräte und versuchen die Kosten dafür über eine langfristige Bindung des Kunden wieder zu verdienen. Apple möchte aber nicht, dass sein Handy für einen Euro verschleudert wird, sondern will den Preis hoch halten. T-Mobile kann sich also die Subvention sparen, muss dafür aber Apple am Umsatz beteiligen. Die Beteiligung soll bei 30 Prozent liegen.

Apple hat versucht, in jedem Land einen exklusiven Partner zu finden. Dabei ging es auch darum, einen reibungslosen Betrieb des Handys im jeweiligen Netz zu gewährleisten. Monatelang arbeiteten Techniker von Apple auch mit T-Mobile zusammen. Netz und Tarif seien daher optimal auf T-Mobile eingestellt, argumentiert die Telekom. In anderen Netzen sei das nicht der Fall.

„Wir stellen den Verkauf des Handys ohne Netzsperre sofort wieder ein“, sagte ein T-Mobile-Sprecher. Wie viele Geräte zu 999 Euro verkauft wurden, verrät T-Mobile nicht. Wer im Nachhinein nun doch einen Vertrag bei T-Mobile abschließe, erhalte die zu viel bezahlten 600 Euro zurück. Auch Konkurrent Debitel, der einen eigenen Vertrag für das iPhone anbot und den Kunden nach Abschluss 600 Euro vom Kaufpreis erstattete, nennt keine Zahlen. Derzeit werde geprüft, wie lange Debitel den Vertrag Neukunden noch anbieten könne, sagte ein Sprecher.

Vodafone kritisierte die Entscheidung des Gerichts: „Die Verkaufskonditionen bleiben verbraucherfeindlich“, sagte ein Sprecher. „Wir werden die Begründung analysieren und dann über weitere Schritte entscheiden.“

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