Wirtschaft : Telekom-Chef warnt vor "Preisgemetzel"

AgV kritisiert überforderte Anbieter

BONN/BERLIN (dw/dpa).Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom, Ron Sommer, hat vor einem "aberwitzigen Preisgemetzel" auf dem liberalisierten Telefonmarkt gewarnt.Wettbewerb müsse zwar auch über die Preise ausgetragen werden, man dürfe damit aber nicht die Innovationsfähigkeit der Anbieter aufs Spiel setzen, sagte Sommer am Dienstagabend beim Neujahrsempfang der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf. Gegenwärtig würde der Wettbewerb auf dem Telefonmarkt ausschließlich über die Preise ausgetragen, kritisierte der Telekom-Chef.Das freue zwar den Kunden, aber es stelle sich die Frage, ob dieser Preiskampf als strategischer Ansatz tauge.Deutschland habe alle Chancen, im Schlüsselmarkt des 21.Jahrhunderts an der Spitze zu stehen.Sommer: "Wir dürfen die Chance nicht verschenken, in dem wir uns im totalen Wettbewerb gegenseitig an Armen und Beinen amputieren." Im Zusammenhang mit dem Streit um die Gebühren beim Wechsel zu anderen Telefongesellschaften sagte Sommer: "Was wir in den letzten Tagen erlebt haben, sollte nicht der Stil sein, in dem wir im Telekommunikations-Wettbewerb miteinander umgehen." Gleichzeitig bekräftigte er seine Forderung, daß sich die Wettbewerber substantiell an den Umstellungskosten beteiligen.Niemand könne erwarten, "daß wir unsere Konkurrenten den roten Teppich ausrollen und diesen Weg dann auch noch mit Musik und Tanz und dem fröhlichen Werfen von goldenen Münzen begleiten." Die Arbeitgemeinschaft der Verbraucherverbände (AgV) hat am Mittwoch eine ernüchternde Bilanz der ersten zwei Wochen des freien Telefonmarktes gezogen.Überlastete Hotlines, lange Wartezeiten, umständliche Antragsformalitäten und fehlende Verbindungen zeigten, daß einige der neuen Telekomherausforderer "den Marktanforderungen offensichtlich nicht gewachsen" seien.Auch seien viele neue Anbieter bei der Rechnungserstellung wenig kundenfreundlich und bestünden auf die für Kunden unbequeme Einzelabrechnung.Die Verbraucherverbände wiesen darauf hin, daß Kunden auch eine Sammelrechnung verlangen können, um eine Papierflut am Monatsende zu vermeiden.Zudem sollten Verbraucher zunächst noch keine langfristigen Verträge mit Telefongesellschaften eingehen.

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