Wirtschaft : Telekom: Die AG wehrt sich gegen Verdacht der Falschbewertung

Die Deutsche Telekom hat den Verdacht zurückgewiesen, das Vermögen ihrer technischen Anlagen sei deutlich überbewertet. Telekom-Sprecher Ulrich Lissek bestätigte am Sonnabend in Bonn zwar die Ausweitung staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen gegen den Konzern. Er betonte aber zugleich, solche Vorwürfe seien, "freundlich gesagt, nur sehr schwer nachvollziehbar". Lissek reagierte damit auf einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel", in dem von einer möglichen Fehlbewertung der technischen Einrichtungen wie Computer, Kabelnetze und Vermittlungsstellen in Höhe von 15 bis 21 Milliarden Mark die Rede war. Laut "Spiegel" liegen der Bonner Staatsanwaltschaft interne Unternehmensvermerke vor, nach denen die angebliche Falschbilanzierung bis in die Gründungszeit der Aktiengesellschaft zurückreiche. Der Telekom-Sprecher sagte, zu solchen Zahlen könne er nicht Stellung nehmen, weil er sie nicht kenne. Das Unternehmen habe bislang auch noch keine Einsicht in die Akten der Staatsanwaltschaft nehmen können. Die vom "Spiegel" genannte Größenordnung sei aber keinesfalls zutreffend. Das Vermögen der Telekom sei sowohl hinsichtlich der Liegenschaften wie auch der technischen Anlagen "sach- und fachgerecht bewertet".

Die Staatsanwaltschaft hatte ihre die Immobilienbewertung des Konzerns betreffenden Ermittlungen in der vergangenen Woche auch auf das Technische Anlagevermögen der Telekom ausgeweitet. Lissek bestätigte, dass die Behörde eine Reihe weiterer Akten habe abholen lassen. Bereits am Freitag hatte auch Telekom-Vorstandsmitglied Max Hirschberger den Verdacht der Vermögensüberbewertung nachdrücklich zurückgewiesen. Die Staatsanwaltschaft stütze den Verdacht der Falschbewertung zum Nachteil der Telekom-Aktionäre auf möglicherweise strafrechtlich relevante Vorgänge aus der Zeit zwischen 1990 und 1995, sagte Hirschberger in Zeitungsinterviews. Damals war die Telekom noch Teil des Sondervermögens Deutsche Bundespost.

Einen anderen "Spiegel"-Bericht über eine Schädigung der Telekom durch Telefonkartenbetrüger bestätigte Lissek "als uralte Geschichte". Die Behauptung aber, der finanzielle Schaden für das Unternehmen bewege sich in einer Größenordnung von über 100 Millionen Mark, nannte er abwegig.

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