Telekom : Druck auf Zumwinkel und Ricke wächst

In der Affäre um bespitzelte Mitarbeiter und Vorstandsmitglieder hat die Deutsche Telekom offenbar neue Beweise gegen die Ex-Manager Zumwinkel und Ricke. Der Konzern hat Zumwinkel inzwischen aufgefordert, binnen 14 Tagen Schadenersatz zu zahlen.

BonnDer Deutschen Telekom liegen offenbar neue Beweise vor, die dem früheren Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel sowie dem Ex-Vorstandsvorsitzenden Kai-Uwe Ricke einen Verstoß unter anderem gegen interne Organisationsrichtlinien nachweisen können, berichtet das Handelsblatt.

Aus Konzernkreisen heißt es, es gäbe auch Zeugen aus dem Umfeld Zumwinkels, die von persönlichen Treffen zwischen Zumwinkel und dem ebenfalls beschuldigten Telekom-Sicherheitsmitarbeiter berichtet hätten. Gegen ihn ermittelt die Staatsanwaltschaft genau wie gegen Zumwinkel und Ricke wegen des Verdachts, Mitarbeiter bespitzelt zu haben. Die endgültige Höhe der Schadenersatzforderungen könnte aufgrund der neuen Beweislage deutlich steigen. Bislang war in Medienberichten die Rede von rund einer Million Euro, die Vorstand und Aufsichtsrat jeweils von Zumwinkel und Ricke forderten.

An Klaus Zumwinkel ist inzwischen ein Schreiben geschickt worden mit der Forderung, den Schadenersatz innerhalb von 14 Tagen zu leisten. Die Telekom droht im Falle der Nichtzahlung mit einer Klage. Zumwinkel soll den Konzern-Sicherheitsmitarbeiter Klaus Trzeschan direkt und unter Umgehung des damals zuständigen Personalvorstands Heinz Klinkhammer angewiesen haben, undichte Stellen im Unternehmen bei der Weitergabe von Interna ausfindig zu machen.

Auch Ricke solle eine ähnliche Zahlungsaufforderung erhalten, die noch vom Aufsichtsrat geltend gemacht werden müsse, berichtete das
Handelsblatt weiter. In beiden Fällen gehe es um einen bisher bezifferbaren "Teilbetrag“ einer Schadenersatzforderung, habe Manfred Balz, Datenschutzvorstand der Deutschen Telekom erläutert.

Parallel zu den zivilrechtlichen Forderungen der Telekom dauern die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen auch gegen Zumwinkel und Ricke an. Es geht um die Bespitzelung von etwa 60 Personen - darunter Aufsichtsräte, Journalisten und Gewerkschafter - in den Jahren 2005 und 2006.

Zumwinkel will sich zu den Ermittlungen der Bonner Staatsanwaltschaft nur über seinen Anwalt äußern. Wenn die Akte fertig sei, werde sein Anwalt Akteneinsicht erhalten, sagte Oberstaatsanwalt Fred Apostel. Dies werde voraussichtlich etwa Ende Mai der Fall sein. Insgesamt sei damit zu rechnen, dass die Ermittlungen noch einige Monate dauerten. Beide Manager hatten die Vorwürfe zurückgewiesen. (ds/sp/dpa)

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