Wirtschaft : Telekom eröffnet Forschungslabor in Berlin

Aus Ideen sollen schneller Produkte werden

Corinna Visser

Berlin - Die Deutsche Telekom bündelt ihre Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Berlin. Bundeskanzler Gerhard Schröder, Telekom- Chef Kai-Uwe Ricke und der Präsident der TU Berlin, Kurt Kutzler eröffneten am Montag die „Telekom Laboratories“, kurz T-Labs. In dem neuen Institut sollen Wissenschaftler neue Dienste und Produkte für die Telekom-Kunden entwickeln. „Das ist eines der schnellsten und eines der besten Projekte im Rahmen der ,Initiative Partner für Innovation’“, sagte TU-Präsident Kutzler dem Tagesspiegel. „Die Telekom ist hier eine unheimlich ungewöhnliche Verpflichtung eingegangen, was die Größe und die Langfristigkeit des Engagements betrifft.“

Bei den T-Labs handelt es sich um ein An-Institut, also ein privatrechtlich organisierte wissenschaftliche Einrichtung an der TU-Berlin. Die Telekom finanziert das Institut mit sechs Millionen Euro pro Jahr für die Grundausstattung (Sach- und Personalkosten). Hinzu kommen Mittel für die Forschung von zunächst 25 Millionen Euro in 2005, die allerdings nach Angaben der Telekom auch von anderen Partnern mitfinanziert werden. Die Summe soll in den kommenden Jahren steigen. „Vier Stiftungsprofessuren samt Ausstattung, dass ist eine Größenordnung die so in Berlin noch nie erreicht wurde, meines Wissens in ganz Deutschland nicht“, sagte TU-Präsident Kutzler zu der Zusammenarbeit. „Wir erhoffen uns besonders gute Anstöße, die zu neuer Forschung und die wiederum zu neuen Produkten führen.“ Ziel sei es, die Zeit, die zwischen der Entwicklung einer Idee und der Markteinführung eines Produktes vergeht, drastisch zu verkürzen.

„Wir wollen alle Kräfte bündeln und das Beste aus Wissenschaft und Wirtschaft vereinen“, sagte Telekom-Chef Ricke. „Was wir in Deutschland brauchen ist so eine Art Hochofen für Innovationen.“ Gemeinsam mit Partnern und unterstützt durch den Berlin Senat wolle die Telekom „Berlin zum Schrittmacher der europäischen Telekommunikations- und Informationstechnologiebranche zu machen“. Dabei greift die Telekom auch auf das internationale Wissenschaftsnetzwerk der TU Berlin zurück. Auch mit Industriepartnern wie etwa dem Computerkonzern Sun und dem Autokonzern Daimler-Chrysler laufen derzeit noch Gespräche über gemeinsame Projekte.

In den T-Labs entstehen 75 Arbeitsplätze – 25 für Telekom-Mitarbeiter und 50 für Forscher aus aller Welt. Die Arbeit der Forscher soll sich dabei auf fünf Schwerpunkte konzentrieren, die „Fünf I der Innovation“, wie die Telekom sie nennt: intuitive Bedienbarkeit, integrierte Kommunikation, intelligenter Zugang, inhärente Sicherheit und Infrastrukturentwicklung. „Für unsere Kunden arbeiten wir daran, Technologien einfacher und damit besser nutzbar zu machen“, sagte Ricke.

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