Wirtschaft : Telekom-Gewinn soll sich bis 2014 verdoppeln Umtauschverhältnis für T-Online-Aktien steht fest

Stefan Jacobs

Berlin - Die Deutsche Telekom will ihren Gewinn in den kommenden zehn Jahren mehr als verdoppeln. 2014 könnte das Konzernergebnis auf 11,5 Milliarden Euro steigen, teilte der Bonner Konzern am Dienstag mit. 2004 hatte die Telekom einen Überschuss von 4,6 Milliarden Euro erwirtschaftet. Der Aufsichtsrat hat dem Vorschlag des Vorstandes zugestimmt, eine Dividende von 0,62 Euro je Aktie auszuschütten.

In diesem Jahr rechnet das Unternehmen mit einem Gewinn von 4,9 Milliarden Euro. Das geht aus der Zehn-Jahres- Planung hervor, die das Unternehmen im Zusammenhang mit der Bewertung von T-Online vorlegte. Der Umsatz der Telekom soll der Prognose zufolge nach der Reintegration der Internettochter in den Konzern 2005 um 5,5 Prozent auf 61,1 Milliarden Euro steigen und 2014 bei 84,8 Milliarden Euro liegen.

Bei der geplanten Verschmelzung von T-Online auf die Telekom sollen die T-Online-Aktionäre für einen Anteilsschein ihres Unternehmens 0,52 T-Aktien erhalten. Für 25 T-Online-Aktien gebe es somit 13 T-Aktien, teilte die Telekom mit. Das Verhältnis basiere auf von Wirtschaftsprüfern berechneten Unternehmenswerten von 28,31 Euro je Telekom-Aktie und 14,71 Euro je T-Online-Aktie, teilte T-Online mit. Die T-Online-Aktionäre, die die frühere Barabfindung der Telekom in Höhe von 8,99 Euro nicht angenommen hatten, haben nun die Option, ihre Anteile an der Börse zu verkaufen oder in T-Aktien zu tauschen (siehe Kasten). T-Online-Aktien notierten am Dienstagabend bei 8,50 Euro (minus 0,59 Prozent). Telekom-Titel stiegen um 0,13 Prozent auf 15,82 Euro.

Mit der Reintegration von T-Online will die Telekom ihre Struktur vereinfachen. Andere Unternehmen der Branche wie etwa France Télécom haben ihre Internet-Ableger ebenfalls in den Konzern zurückgeholt.

Auch an anderer Stelle setzt die Telekom ihren Umbau fort. Nach 17-tägigen Tarifverhandlungen erzielten T-Mobile und die Gewerkschaft Verdi einen Kompromiss, nach dem in den kommenden zwei Jahren nur 550 statt der ursprünglich geplanten 1200 Stellen bei der Telekom-Mobilfunktochter wegfallen sollen. Dabei soll es keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Gut 300 Arbeitsplätze sollen in andere Tochtergesellschaften der Telekom verlagert werden. Nach Unternehmensangaben sind 400 Arbeitsplätze von der ursprünglichen Streichliste zunächst bis 2006 gesichert und können auch langfristig erhalten werden. Gesamtbetriebsrat und Verdi müssen der Einigung noch zustimmen.

Eine T-Mobile-Sprecherin sagte, das Unternehmen werde „beim Einsparvolumen im Plan bleiben“. Im Rahmen seines Effizienzprogrammes „Save for growth“ will T-Mobile bis Ende 2006 europaweit eine Milliarde Euro sparen, davon 150 Millionen beim Personal. „Diese 150 Millionen werden wir halten können, weil Gewerkschaften und Betriebsrat Zugeständnisse gemacht haben, was die Produktivität angeht“, hieß es bei T-Mobile.

Verdi-Verhandlungsführer Frank Bethke sagte, mit dem Ergebnis habe die Gewerkschaft „Sicherheit im Umbruch“ durchgesetzt. In der Verdi-Zentrale hieß es, man halte die Einkommenserhöhung von 2,7 Prozent für die 7000 Mitarbeiter für „sehr vertretbar“ und sei zufrieden, dass eine Arbeitszeitverlängerung vermieden werden konnte.

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