Wirtschaft : Telekom im Kreuzfeuer der Kritik

Konkurrenten legen Widerspruch gegen Gebührenpläne ein / Run auf die Privaten BONN (dpa/rtr).Die von der Telekom angekündigten Gebühren für den Netzwechsel sind am Freitag auf erhebliche Proteste von Wettbewerbern wie Otelo, Mannesmann-Arcor, CNS Stuttgart und NetCologne gestoßen.Auch die politischen Parteien übten Kritik.Die neue Behörde für Telekommunikation und Post bestätigte, daß die Telekom beim Netzwechsel zur Konkurrenz zwei einmalige Gebührensätze einführen will: 94,99 DM bei dauerhafter Schaltung ins Fernsprechnetz der anderen Anbieter und 53 DM beim Wechsel der Gesellschaft innerhalb des Ortsnetzes, wenn man seine alte Telefonnummer behalten will.Beide Beträge würden jetzt von der Regulierungsbehörde geprüft, sagte deren Sprecher Harald Dörr.Grundsätzlich müsse die Telekom ihre Kosten weitergeben können.Der Chef der neuen Behörde, Klaus-Dieter Scheurle, betonte, seine Behörde habe bereits am 16.Dezember einen entsprechenden Schiedsspruch gefällt.Dabei sei aber nicht über die Höhe der Kosten gesprochen worden.Scheurle kritisierte, die Telekom wisse selbst nicht, welche Umschaltkosten ihr entstünden.Erst wenn sie ein Kostenrechnungsmodell vorlege, könne über eine Genehmigung entschieden werden.Mit einem solchen Kostenrechnungsmodell rechnet Scheurle nicht vor Mitte dieses Jahres.Nach Angaben von Dörr spielt die Telekom-Forderung von 53 DM zunächst nur bei dem lokalen Anbieter NetCologne GmbH (Köln) eine Rolle, weil dieser bisher als einziger neben dem bisherigen Monopolisten Gespräche im Ortsnetz anbietet.Aktueller ist hingegen die Forderung von knapp 95 DM bei dem von den Konkurrenten bereits angebotenen Ferngesprächen.Dagegen will die Telekom keine Gebühr verlangen, wenn die Kunden sich nur von Zeit zu Zeit ins Fernnetz anderer Anbieter einwählen (Call-by-Call).Mannesmann-Arcor kündigte an, man wolle die Ablösegebühr den Kunden notfalls zurückgeben.Bei der Regulierungsbehörde habe man ein Eilverfahren eingeleitet, sagte Marketingleiter Elmar Hülsmann.Die Communicationsnetze Süd-West GmbH & Co KG (CNS) erklärte, in den Verhandlungen mit der Telekom sei von solchen Gebühren nicht die Rede gewesen.Nach der SPD kam auch von Union und Grünen Kritik an der Telekom.Elmar Müller, Postexperte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, sagte, er könne sich allenfalls einen Betrag "in der Größenordnung einer normalen Monatsgebühr" vorstellen.Der postpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Manuel Kiper, warf der Telekom "Abzockerei" vor.Mit dem Start in den Wettbewerb zeigten sich die Telekom-Konkurrenten überwiegend zufrieden.So wurden bei Arcor bereits mehrere Tausend Gespräche abgewickelt.Die MobilCom habe etwa 20 000 Kunden registriert.Bei der Talkline in Elmshorn wurden bis zum Jahresschluß 50 000 Kunden gezählt.Weitere 45 000 Anträge sollen in den nächsten Tagen freigeschaltet werden.

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